Die beiden Polparteien kämpfen um einen Sitz im Arther Gemeinderat. Liridon Ibrahimi attackiert für die SP den SVP-Kandidaten Philippe Szymkowiak.

Jürg Auf der Maur, Bote der Urschweiz, 27.02.2023

Egal, wer am 12. März den frei werdenden SVP-Sitz im Arther Gemeinderat gewinnt – eines ist sicher: Der neue Gemeinderat, ob von SVP oder SP, wird weder einen Unterällmiger noch einen Oberällmiger Namen tragen. Statt Heinzer, Gwerder, Jütz oder Inderbitzin wird das neue Exekutivmitglied Philippe Szymkowiak oder Liridon Ibrahimi heissen.

Szymkowiak tritt dabei für die SVP an, deren Stuhl im Gemeinderat aber von Liridon Ibrahimi angegriffen wird, der für die SP antritt. Beide tragen zwar «fremdländische Namen», fühlen sich aber in der Gemeinde seit vielen Jahren heimisch und integriert.


«Mein Grossvater diente schon in der Schweizergarde.»
Philippe Szymkowiak, SVP-Gemeinderatskandidat

«Ich habe zwar einen polnischen Namen. Doch schon mein Grossvater diente vor jetzt genau 100 Jahren in der Schweizergarde», weist der SVP-Kandidat nicht ohne Stolz auf seine enge Verwurzelung mit der Schweiz und insbesondere der Gemeinde Arth hin. Während sein Vater in Frankreich zur Welt kam, lebt Szymkowiak seit seiner Geburt in der Gemeinde Arth. Er besuchte hier die Schulen, lernte Käser und Käsereifachmann und liess sich anschliessend zum Masseur mit FA ausbilden.

Seit über 20 Jahren führt er in Küssnacht und Arth eine Massagepraxis mit drei Mitarbeitenden. In der Armee machte er weiter, wurde Fourier. Er engagiert sich in vielen Vereinen und war unter anderem während 30 Jahren in der Feuerwehr, davon 25 Jahre als Gruppenführer. Szymkowiak trat bereits 2020 zum ersten Mal zur Wahl in den Gemeinderat an. Der heute 49-jährige, zweifache Familienvater erreichte mit 1018 Stimmen zwar das absolute Mehr, verpasste als «Überzähliger» damals aber die Wahl. Dieses Mal soll es klappen. «Ich bin guten Mutes», erklärt der SVP-Kandidat auf eine entsprechende Frage des «Boten».

Als gut integriert bezeichnet sich auch Liridon Ibrahimi. Er kam mit zwei Jahren in die Gemeinde Arth. Sein Vater hatte schon vorher als Saisonnier aus dem Kosovo in der Schweiz gearbeitet, bis die Familie nachziehen durfte. Ibrahimi besuchte die Volksschule in der Gemeinde Arth und anschliessend das Kollegium in Schwyz. Danach studierte er in Zürich und besitzt mittlerweile am Zürcher Hauptbahnhof ein Unternehmen im Detailhandel, dem vier Geschäfte angehören. Von 2012 bis 2015 war er als Hilfsassistent beim CC Electronics der Hochschule Luzern engagiert.

Insgesamt führt er heute in seiner Firma – der Liibra P&B GmbH – 30 Mitarbeitende. In die Politik kam der 36-jährige, bald dreifache Familienvater durch seine Frau. Sie ist bereits seit Längerem Mitglied des Arther Schulrates.


«Ich mache etwas ganz – oder nicht.»
Liridon Ibrahimi, SP-Gemeinderatskandidat

Aus Zeitgründen sei er als Unternehmer in Vereinen nicht so aktiv. «Ich bin der Meinung, dass man etwas ganz macht. Sonst lässt man es lieber sein.» So konzentriert er sich neben seiner beruflichen Tätigkeit auf seine Mitarbeit in der Geschäftsleitung der Gemeindewerke Arth. Gemäss seiner Partei sind das beste Aussichten für das frei werdende Amt als Vorsteher des Wasser- und Elektrizitätswerkes. Genau das Profil, über das Ibrahimi verfügt, sei vom Gemeinderat auch formuliert worden.

«Wir leben hier in einer sehr schönen Gegend, wo es sich lohnt, sich einzusetzen.» Nicht nur in Arth, sondern auch in der näheren und weiteren Region erfreut er sich eines guten Beziehungsnetzes. «Mit Schulkollegen aus der Kollegi-Zeit von Brunnen oder Gersau sind wir immer noch eng und freundschaftlich verbunden.»

In der Gemeinde Arth geht es am 12. März nicht nur um die Neugestaltung des Rathausplatzes (Visualisierung), sondern auch um eine Ersatzwahl in den Gemeinderat. Bild: PD