{"id":6104,"date":"2023-11-09T09:42:20","date_gmt":"2023-11-09T08:42:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/?p=6104"},"modified":"2023-11-09T09:48:15","modified_gmt":"2023-11-09T08:48:15","slug":"wir-nehmen-abschied-von-ruedi-imlig-annen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wir-nehmen-abschied-von-ruedi-imlig-annen\/","title":{"rendered":"Wir nehmen Abschied von Ruedi Imlig-Annen"},"content":{"rendered":"<p><em>21. Juni 1948 \u2013 12. Oktober 2023<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/10\/imlig_ruedi.jpg\" alt=\"\" width=\"128\" height=\"160\" class=\"alignleft size-full wp-image-235\" \/>Ruedi wurde als Karl Rudolf Imlig am 21. Juni 1948 in der Stadt Basel geboren \u2013 am l\u00e4ngsten Tag, wie er immer sagte. Seine Eltern Rosly und Karl Imlig waren 1947 nach Basel gezogen, um dort eine Molkerei zu f\u00fchren. In Basel verbrachte Ruedi seine ersten Lebensjahre, und ein Erlebnis zeigte bereits seine lebenslange Leidenschaft f\u00fcr S\u00fcsses: Als Kleinkind lief er seiner Mutter in der Stadt davon und wurde vor dem Schaufenster einer B\u00e4ckerei gefunden, wo er um S\u00fcsses bettelte.<\/p>\n<p>1950 zog die Familie zur\u00fcck nach Goldau, wo Ruedis Vater Karl die K\u00e4serei von seinem Vater \u00fcbernahm. Ab November des gleichen Jahres leistete Ruedi ein kleiner Bruder Gesellschaft.<\/p>\n<p>Die beiden Buben verbrachten eine sch\u00f6ne Kindheit und so manch ein Abenteuer miteinander. Rauchen im nahe gelegenen Wald, bei dem der Grossvater die Buben \u00fcberraschte, und ein Pinkelwettbewerb vorm Hintereingang des Elternhauses, der von den Klosterfrauen im Alten Schulhaus beobachtet und sogleich im elterlichen Laden gemeldet wurden, sind zwei Erlebnisse, von denen er uns erz\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Die Schule besuchte Ruedi in Goldau und sp\u00e4ter in Arth. Dabei neckten die Goldauer Buben gerne die Arther M\u00e4dchen mit Hagr\u00e4ffli, die sie auf dem Schulweg auf die M\u00e4dchenbeine spickten. So verliefen die ersten Zusammentreffen zwischen Ruedi und Margrit wohl eher unromantisch.<\/p>\n<p>Nach der Schule wurde Ruedi auf Verlangen des Vaters nach Freiburg geschickt, wo er Franz\u00f6sisch lernen sollte. Als Milchmann hatte er die Aufgabe, Milch an Kunden auszuliefern. Auch ein M\u00e4dcheninternat war auf der Liste, und so ergab es sich, dass er bei seinen Besuchen regelm\u00e4ssig Briefe an den Klosterfrauen vorbeischmuggelte, die den Briefverkehr ihrer Sch\u00fctzlinge streng kontrollierten. Ruedi war in dieser Zeit auch oft in der Garage von Rennlegende Jo Siffert zu Gast. Vermutlich begr\u00fcndete sich hier die Freude am schnellen Autofahren, welche seiner Mutter viele schlaflose N\u00e4chte bereitete. Trotz dieser sch\u00f6nen Erlebnisse wurde Ruedi im Welschland von grossem Heimweh geplagt und war froh, als er endlich wieder heimkehren durfte.<\/p>\n<p>Der Familientradition folgend, ergriff Ruedi den Beruf des K\u00e4sers. Die Lehrjahre verbrachte er unter anderem in H\u00fcnenberg und Schenkon. Nach der Lehre verlangte sein Vater die R\u00fcckkehr in den elterlichen Betrieb. Dies f\u00fchrte dazu, dass Ruedi auch Milch ans Restaurant Bauernhof ausliefern musste. Dort in der K\u00fcche arbeitete ein M\u00e4dchen mit sch\u00f6nen Beinen, welches er bald ins Kino Arth ausf\u00fchrte. 1970 l\u00e4uteten dann die Hochzeitsglocken. Mit seiner Margrit machte Ruedi Reisen nach \u00d6sterreich, Jugoslawien, England und Italien, wo die beiden mehrere Formel-1-Rennen besuchten.<\/p>\n<p>1971 war die Geburt des ersten Sohnes Roland, und bereits im M\u00e4rz 1972 folgte Andreas. 1981 machte Tochter Sarah die Familie komplett.<\/p>\n<p>Ende der 70er-Jahre lieb\u00e4ugelte Ruedi damit, ein Pony zu kaufen. Diesem Unterfangen stellte sich sein Vater Karl aber entgegen, obwohl er selbst der Kavallerie angeh\u00f6rt hatte. Er vertrat die Meinung, dass kein Pferd mehr unter sein Dach kommen sollte. Als Karl auf Reisen war, nutzte Ruedi die Gelegenheit, um das ersehnte Pferdchen zu kaufen. Damit begann seine Leidenschaft f\u00fcr das Kutschenfahren. Unz\u00e4hligen Hochzeitspaaren und Jubilaren bereitete er damit einen unvergesslichen Ehrentag. Bei seinen t\u00e4glichen Kutschenfahrten durch Goldau und die umliegenden Orte waren die Pferdegl\u00f6ckchen schon von Weitem zu h\u00f6ren, und so kam es h\u00e4ufig zu spontanen Mitfahrern, \u00fcber die sich Ruedi immer freute. Das Hobby brachte ihm viele langj\u00e4hrige Freundschaften, und wenn im Kavallerieverein Schwyz Arbeit anfiel, war Ruedi stets zur Stelle.<\/p>\n<p>1983, nach dem Unfalltod seines Vaters Karl, \u00fcbernahm Ruedi die K\u00e4serei, die Schweinem\u00e4sterei und den Lebensmittelladen. Damit standen ihm harte Gesch\u00e4ftsjahre bevor, die er m\u00fchsam meisterte. Die Milchtour bis nach Arth und der Winterdienst, den er viele Jahre lang \u00fcbernahm, bereiteten ihm aber stets Freude.<\/p>\n<p>Ab 1989 war Ruedi auch politisch aktiv. Acht Jahre war er OAK-Rat und von 1997 bis 2016 <a href=\"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/unsere-vertreter\/bezirksrat\/ehemalige-bezirksraete\/\">Mitglied des Bezirksrats<\/a>. Diese Aufgaben erf\u00fcllten ihn mit Stolz, und er sch\u00e4tzte die Kameradschaften, die er bei der Aus\u00fcbung dieser \u00c4mter gekn\u00fcpft hatte.<\/p>\n<p>1994 musste Ruedi aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden seine K\u00e4serei verkaufen. Die Schweinem\u00e4sterei f\u00fchrte er noch bis 2013 weiter.<\/p>\n<p>Fr\u00fch wurde Ruedi zum ersten Mal Grossvater \u2013 er war ein Grossd\u00e4di, mit dem man viel unternehmen konnte und bei dem es nie langweilig war. Die f\u00fcnf Grosskinder waren sein Stolz, und er nahm sie gerne mit, um am Stammtisch zu referieren, Kutsche zu fahren oder mit dem Jeep seine vielen Kollegen und Freunde zu besuchen. Er war oft der Retter in der Not, wenn es galt, unverhofft jemanden von A nach B zu fahren, weil der Bus oder Zug bereits verpasst war.<\/p>\n<p>Nach Aufgabe des Pferdehobbys war Ruedi bei jedem Wetter mit seiner Margrit und dem Hund im Dorf unterwegs. Er genoss die neue Freiheit, die auch wieder Reisen und den Besuch seiner Freunde im Ferienhaus in Italien zuliess. In der Dorfgarage fand er eine neue Aufgabe als stets p\u00fcnktlicher Zn\u00fcni-Kurier, Teile-Abholer oder Auto-Vorf\u00fchrer. Familie und Bekannten nahm er mit seinen Entsorgungstouren viel Arbeit ab.<\/p>\n<p>Immer einen Scherz auf der Zunge, immer zu einem Schwatz bereit und stets interessiert am Geschehen rund um ihn herum \u2013 so lebendig, mit Schalk in den Augen, bleibt er in unserer Erinnerung.<\/p>\n<p>Papi, wir w\u00fcnschen dir eine gute Reise. Du hattest es oft nicht leicht, gingst aber immer mit ganz viel Leichtigkeit durchs Leben. Du fehlst uns so sehr!<\/p>\n<p><em>Publiziert im \u00abBote der Urschweiz\u00bb, 9. November 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21. Juni 1948 \u2013 12. Oktober 2023 Ruedi wurde als Karl Rudolf Imlig am 21. Juni 1948 in der Stadt Basel geboren \u2013 am l\u00e4ngsten Tag, wie er immer sagte. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wir-nehmen-abschied-von-ruedi-imlig-annen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWir nehmen Abschied von Ruedi Imlig-Annen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"distributor_meta":false,"distributor_terms":false,"distributor_media":false,"distributor_original_site_name":"SVP Arth-Oberarth-Goldau","distributor_original_site_url":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp","push-errors":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6104"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6111,"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6104\/revisions\/6111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arth-online.ch\/svp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}