Weniger Delikte im Kanton Schwyz

Häusliche Gewalt

Letztes Jahr wurden schweizweit knapp 20’000 Fälle von häuslicher Gewalt polizeilich registriert. Im Kanton Schwyz waren es 176 Straftaten.

Ein Blick in die Kriminalstatistik 2019 des Kantons Schwyz zeigt: Im Bereich Häusliche Gewalt waren 176 Straftaten zu verzeichnen. Das sind 21 Delikte weniger als im Vorjahr. In den meisten Fällen kam es zu Tätlichkeiten, Drohungen, einfachen Körperverletzungen oder Beschimpfungen.

Schweizweit kam es in besagtem Bereich zu einer deutlichen Zunahme. Die knapp 20’000 Fälle von häuslicher Gewalt sind gut 1’000 oder 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Darunter waren 29 vollendete Tötungsdelikte.

Die Anzahl Tötungsdelikte bewegte sich in den letzten Jahren um einen Durchschnittswert von etwa 25 herum. In der 10-Jahres-Aufstellung des Bundesamtes für Statistik fällt eine Zahl aus dem Rahmen: Mit 36 vollendeten Tötungsdelikten war 2015 das schwarze Jahr der Statistik.

Es begann gleich an Neujahr, als eine Mutter in Flaach ihre beiden Kinder erstickte, weil die Behörden sie ihr wegnehmen wollten. Im Februar brachte ein Vater in Niederlenz seine vierjährige Tochter um. Im Mai erschoss ein Familienvater aus dem Kanton Schwyz Schwiegereltern, Schwager und einen Nachbarn, im April und Juli brachten Söhne ihre Väter, respektive Eltern um, im Juli, September und November töteten Männer ihre Gattinnen. Dies nur einige Beispiele.

Häusliche Gewalt und Alkohol – Holen Sie Hilfe bevor es eskaliert!

Videoclips in 6 Sprachen zu häuslicher Gewalt und Alkohol – Holen Sie Hilfe bevor es eskaliert!

Ausgehend von der Plakataktion hat Albinfo Videoclips in 6 Sprachen entwickelt. Finanziert wurde die Produktion über das Mandat vom BAG an Migesplus (Schweizerisches Rotes Kreuz).

Parlez-en, avant qu’il ne soit trop tard!

Weitere Videoclips finden Sie unter https://www.youtube.com/user/albinfoch/videos.

Mehr sexuelle Übergriffe seit Corona-Lockerungen

Während des coronabedingten Shutdowns war damit gerechnet worden, dass es zu mehr häuslicher, mehr sexueller Gewalt gegen Frauen kommen könnte. Dies traf offenbar nicht in diesem Ausmass zu. Dafür sind jetzt nach dem Shutdown die Zahlen in die Höhe geschnellt.

Beitrag der Hauptausgabe der Schweizer Tagesschau um 19:30 Uhr am 28. Juli 2020.

Corona-Krise: Survival-Kit für Männer unter Druck

Bekanntlich verdichten sich die Zeichen, dass die mit der Corona-Krise verbundenen Einschränkungen zu einer Zunahme häuslicher Gewalt führen.

Deshalb veröffentlichen die drei Dachorganisationen der Fachleute für Jungen-, Männer- und Väterarbeit in Deutschland (Bundesforum Männer), Österreich (Dachverband Männerarbeit Österreich) und der Schweiz (männer.ch) heute ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“.

6 erfahrene Fachmänner aus 3 Gewaltberatungsstellen (Agredis Luzern, mannebüro züri und Fachstelle Gewalt Bern) haben am Montag die Empfehlungen erarbeitet und fachlich abgestützt. 17 Übersetzer_innen haben die Empfehlungen gestern Dienstag übersetzt. Ein grosses Danke allen Mitwirkenden!

Das Merkblatt formuliert Empfehlungen zum Selbstmanagement, damit Männer gewaltfrei durch die Krise kommen. Es liegt bereits in 8 Sprachen vor (albanisch, deutsch, englisch, französisch, italienisch, polnisch, spanisch, ungarisch ). 9 Weitere sind in Kürze verfügbar (Arabisch, Dari/Farsi, Kurdisch, Portugiesisch, Russisch, Serbokroatisch, Tamil, Tigrinya, Türkisch). Die bereits vorhandenen wie auch alle weiteren sind unter https://www.maenner.ch/coronakrise-merkblatt/ zugänglich.

Stalking aus der Sicht der Opferberatung

Stalking ist Ende der 1980er Jahre allmählich in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt und meint das willentliche und beharrliche Verfolgen und Belästigen einer Person. Das englische Wort „to stalk“ bedeutet unter anderem heranpirschen, jagen. Stalking umfasst eine Vielzahl möglicher Handlungen, welche jede für sich allein genommen unter Umständen harmlos wären. Die Anzahl und die Dauer führen jedoch dazu, dass ein Stalking-Opfer unmittelbar in seiner psychischen Integrität verletzt wird. Nicht selten kommt zudem die Verletzung der physischen Integrität durch Ausübung von körperlicher Gewalt hinzu. Typische Stalking Handlungen sind Telefonanrufe, SMS, E-Mails, Verleumdungen, unerwünschte Geschenke, Ausfragen des Bekanntenkreises, Nachstellen und Verfolgen. Typische Folgen beim Opfer sind vegetative Symptome wie Unruhe, Kopfschmerzen, Angst, Schlafstörungen etc., aber auch depressive Verstimmungen und reaktive Verhaltensmuster wie Vermeidungsverhalten und soziale Isolation. Hinzu kommen oft körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden und Kreislaufprobleme. 90 % der Opfer von Stalking sind weiblich und rund 85 % der Täter sind Männer, im Folgenden verzichten wir daher aus pragmatischen Gründen auf geschlechtsneutrale Formulierung. Zwar müssen Täter und Opfer sich nicht unbedingt kennen, oft sind jedoch Personen von Stalking betroffen, die eine Beziehung oder Ehe mit dem Täter beendet oder einen Beziehungswunsch des Täters zurückgewiesen haben. Viele Länder haben einen eigenen Straftatbestand „Stalking“, nicht jedoch die Schweiz. Entsprechende Bestrebungen wurden in jüngster Zeit wieder verworfen. Gegenstand eines Strafverfahrens bilden daher Tatbestände wie Missbrauch der Fernmeldeanlage, Drohung, Ehrverletzungsdelikte, Hausfriedensbruch, Nötigung. Durch das Zivilgericht kann dem Täter verboten werden, sich dem Opfer zu nähern oder es zu kontaktieren. Bei Zuwiderhandlung kann eine Strafe nach Art. 292 StGB verhängt werden.

In der Opferberatung treffen wir regelmässig auf Menschen, die durch Stalking in ihrer Lebensführung eingeschränkt und tief verängstigt sind. Neben Hilfestellungen im Straf- und Zivilverfahren und psychischer Stärkung des Opfers (durch Vermittlung von Informationen, einer Therapie oder eines Selbstverteidigungskurses) stehen im Beratungsalltag konkrete Verhaltenstipps im Vordergrund. Folgende Schritte sind wichtig, wenn man von Stalking betroffen ist:

  • Jeden Kontakt mit dem Stalker radikal abbrechen. Ein einziges Mal ruhig und vor Zeugen mitteilen, dass kein weiterer Kontakt erwünscht ist und dies dann konsequent einhalten.
  • Neue Telefonnummer / E-Mail-Adresse einrichten. Für die bisherige Nummer kann von der Telefongesellschaft eine Anrufliste (zu Beweiszwecken) verlangt werden.
  • Umfeld informieren, denn Öffentlichkeit schützt und verhindert, dass versehentlich Informationen über das Opfer oder dessen Alltag weitergegeben werden.
  • Alles dokumentieren, datieren und aufbewahren. Das kann für ein allfälliges Strafverfahren entscheidend sein.
  • Polizei und Opferberatungsstelle aufsuchen.

In der Opferhilfestatistik können wir Fälle von Stalking nicht separat ausweisen, weil wir die erfassten Tatbestände wie Drohung, Nötigung oder Körperverletzung statistisch nicht in einen Zusammenhang mit Stalking bringen können. Wie viele Fälle bei der Opferberatung auftreten, ist daher eine Schätzung. Wir gehen von monatlich zwei bis drei Fällen aus, die oft im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt stehen.

Das Eidgenössische Büro für Gleichstellung EBG hat vom Bundesamt für Justiz den Auftrag erhalten einen Forschungsbericht einzuholen. Dieser soll aufzeigen, welche erfolgreichen Massnahmen zur Bekämpfung von Stalking es bereits im In- und Ausland gibt. Der Bericht dürfte Ende 2016 vorliegen. Die Opferberatungsstelle des Kantons Schwyz ist in der Begleitgruppe des Forschungsteams.

Viele weitere Informationen zum Thema finden sich im Internet, beispielsweise auf der Seite der Schweizerischen Kriminalprävention (www.skppsc.ch) unter der Rubrik „Gewalt“, „Stalking“ und beim eidgenössischen Büro für Gleichstellung EBG (www.equality-office.ch; www.ebg.admin.ch/dokumentation, Informationsblatt 7 „Stalking: bedroht, belästig, verfolgt“).

Evelyne Marciante, Stellenleiterin und Beraterin Opferberatung Kanton Schwyz und Uri

Traumatische Erlebnisse und ihre Folgen insbesondere auf das Aussageverhalten der Betroffenen

Wer Furchtbares erlebt hat, leidet unter bestimmten vorhersehbaren psychischen Störungen. Die Traumaforschung hat gezeigt, dass diese Folgen bei allen Traumatisierten ähnlich sind – vom Vergewaltigungsopfer bis hin zum Kriegsveteran. Diese Forschungen haben dazu geführt, dass 1980 die Diagnose „posttraumatisches Syndrom“ in das offizielle Handbuch seelischer Erkrankungen aufgenommen wurde.

Durch traumatische Erfahrungen wird ein Mensch in extremer Weise Hilflosigkeit und Angst ausgesetzt; seine normalen Anpassungsstrategien werden überfordert, sein System zum Umgang mit Stress bricht zusammen.

Drei Symptom-Kategorien gehören typischerweise zur posttraumatischen Belastungsstörung:

  • Übererregung: ständiger Alarmzustand, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen etc.
  • Intrusion: ungewollt sich aufdrängende Erinnerungen und Gedanken an das traumatische Ereignis, Flashbacks, Träume etc.
  • Konstriktion: Verdrängung, Vermeidungsverhalten, psychische Erstarrung bis hin zu völliger Passivität etc.

Hinzu kommt im Allgemeinen ein Gefühl der Entfremdung, der Nichtzugehörigkeit zur Gesellschaft. Die bisherigen Wertvorstellungen wurden zerstört. Scham-, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle sind bezeichnend. Häufig gehören auch heftige Wutanfälle dazu.
Von Dialektik eines Traumas spricht man, weil diese extremen Gefühle sich ständig abwechseln, der betroffene Mensch fällt „von einem Extrem ins andere“.

Hat ein Mensch viele traumatisierende Erlebnisse über einen längeren Zeitraum erlebt (Beispiel Kindesmissbrauch oder Gefangenschaft, lang andauernde schwere häusliche Gewalt), stehen Vermeidungs- und Rückzugsstrategien bis hin zur völligen Isolation im Vordergrund. Initiative ergreifen oder etwas planen sind nahezu unmöglich. Während langer Zeit waren nur die nächsten fünf Minuten planbar und Initiative bedeutete Gefahr. Chronische Hilflosigkeit und Passivität sind die Folge. Langanhaltende Depressionen sind das häufigste Symptom bei chronisch Traumatisierten.

Intrusive und konstriktive Symptome beeinflussen das Verhalten eines traumatisierten Menschen. Vielleicht wirkt er plötzlich verwirrt oder überfordert? Vielleicht erzählt er schreckliche Dinge mit einem Lächeln oder emotional völlig unberührt? Vielleicht habe ich als Aussenstehende plötzlich das Gefühl, der traumatisierte Mensch drifte ab, sei plötzlich in einer anderen Welt? Vielleicht erzählt er beim zweiten Gespräch nicht dasselbe wie beim ersten und beim dritten noch etwas Zusätzliches? Vielleicht reagiert er auf etwas was ich tue oder sage sehr ungewöhnlich? Vielleicht wird er plötzlich wütend auf mich ohne dass ich genau weiss, was vorgefallen ist? Vielleicht hält er wiederholt Termine nicht ein? Vielleicht hält er sich nicht an Abmachungen obwohl er sehr motiviert schien?

Alle diese Verhaltensweisen erscheinen in einem anderen Licht, wenn man die emotionale Erstarrung und Verdrängung einerseits, sowie die Flashbacks und das plötzliche Überrollen vom Trauma andererseits im Kopf behält.

Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass ein Trauma eine lineare Erzählweise verhindert und es geradezu in der Natur der Sache liegt, dass die Erinnerungen bruchstückhaft und teilweise verzerrt vorhanden sind. Das ist Folge der zu erwartenden konstriktiven Symptom. Plötzliche Flashbacks (intrusive Symptome) führen zu neu auftauchenden oder sich verändernden Erinnerungen. Einem Opfer wird immer noch viel zu schnell seine Glaubwürdigkeit aufgrund seines Aussageverhaltens abgesprochen, weil insbesondere in Strafverfolgerkreisen zu wenig Wissen über Trauma und seine Folgen vorhanden ist.

Esther Imholz, Opferberaterin SZ und UR, gestützt auf „Die Narben der Gewalt“ von Judith Herman

Auswertung der Fallstatistik 2007

  • Die neu gemeldeten und bearbeiteten Fälle steigen von Jahr zu Jahr kontinuierlich. Vom Jahr 2006 bis 2007 sind (+8%) mehr Fälle gemeldet und bearbeitet worden.
  • Abweichungen sind bei den finanziellen Gesuchen festzustellen. Die Beratungsstelle bearbeitete mehr finanzielle Gesuche für Soforthilfe und weitere Hilfe (+12%).
  • Der Anteil der Delikte, die Häusliche Gewalt betreffen, sind wieder zurück gegangen auf die durchschnittlichen Zahlen von 2005 und 2004. Die Wegweisung aus der gemeinsamen Wohnung wurde von der Polizei noch nicht durchgesetzt. Wir haben deshalb noch mehr Notwohnungen und Frauenhausaufenthalte vermittelt (+27%).
  • Es sind erschreckend viele Kinder, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, bei uns gemeldet. (+49%) Wir haben Eltern, Vormundschaft und Anwälte beraten. Das ist für alle sehr belastend.
  • Verkehrsunfälle sind, wie im Jahr 2006, wenige gemeldet und beraten worden.
  • Der Anteil an weiblichen Opfern, die sich bei uns beraten lassen, ist gestiegen (+5,5%). Ebenso der Anteil von Migrantinnen (+9%).

Bericht zur Statistik 2006

Die Beratungsstelle hat wie im Vorjahr annähernd 200 Fälle bearbeitet. Zusätzlich kamen 114 Kurzfälle hinzu, das heisst, einmalige Telefonate, Kurzberatungen und Meldungen der Polizei, Behörden oder anderen Beratungsstellen.

Ein grosser Teil der Fälle (142) waren Beratungen ohne finanzielle Hilfe der Opferhilfe. 54 Klientinnen und Klienten beanspruchten finanzielle Soforthilfen, die in Rechnung gestellt wurden. Die Zuweisungen der Hilfen sind erste juristische Hilfe (43) durch einen Anwalt oder Anwältin, medizinische Hilfe (4), therapeutische erste Hilfe (37), soziale Hilfe und Beratung (50), Schutz und Unterkunft (16) und Frauenhausaufenthalte (13), Massnahmen zum Schutz des Kindes (9), das heisst, Meldungen an die Kindesschutzgruppe oder Vormundschaft. Vermittelte Aussprachen gab es 10. Von den 196 Beratungen gab es 33 (16,8%) Beratungsfälle, bei denen Kinder und Jugendliche betroffen waren. Der Hauptteil der Klientinnen und Klienten waren zwischen 30 und 64 Jahre alt. 3⁄4 der Klientschaft ist weiblich, 60% haben einen Schweizer Pass.

Auffällig ist die 15%-ige Zunahme von Häuslicher Gewalt, von 80 auf 92 Beratungen. Dagegen haben die Strassenverkehrsopfer um die Hälfte abgenommen, von 20 auf 9 Fälle.

Was die Frau bei Gewalt in der Partnerschaft wissen muss

Hier bekommen sie Unterstützung und Beratung:

  • Sozialdienst der Gemeinde und Frauenberatungsstellen
  • Opferberatungsstelle des Kantons
  • Polizei, Tel. 117
  • Frauenhäuser, 24 Std. tel. Beratung (Frauenhaus Luzern: Tel. 041 360 70 00)
  • Die dargebotene Hand Tel. 142, 24 Std. tel. Beratung (alle Adressen und Telefonnummern erhalten sie unter dieser Nummer)

Grundsätzlich gilt: „ wer schlägt – der geht“, zögern sie nicht bei Gefahr die Polizei, Tel. 117, zu holen.

Falls der Gewaltausübende verhindert, dass sie zum Telefon gehen, vereinbaren sie mit einer vertrauensvollen Nachbarin/Nachbar ein Zeichen, damit diese die Polizei holen kann.

Suchen sie, bevor es akut wird, eine Beratungsstelle auf.

Wenn sie sich entschliessen, die gemeinsame Wohnung zu verlassen:

Der Schutz und die Sicherheit der Frau und der Kinder sind das Wichtigste. Suchen sie Unterschlupf bei einer Nachbarin oder Freundin, melden sie sich bei einer Opferberatungsstelle oder beim Frauenhaus.

Gewalt ist nie gerechtfertig, egal was vorgefallen ist. Schützen sie sich und die Kinder, rufen sie die Polizei an. Schildern sie kurz die Situation. Packen sie das Nötigste für sie und ihre Kinder. Denken sie an Gegenstände des persönlichen Gebrauchs und an das Lieblingstier der Kinder. Nehmen sie unbedingt die wichtigsten Dokumente für sie und ihre Kinder mit: Ausländerausweis, Aufenthaltsbewilligung, ID, Krankenkassenausweise, etc.. Informieren sie höchstens eine gute Freundin von ihrem Vorhaben. Sagen sie nicht, wohin sie gehen. Lassen sie keine Notizen oder Telefonnummern liegen.

Das sind ihre Rechte:

Hilfe holen: sie dürfen die Polizei holen. Diese kann ihren Partner bis zu 48 Stunden in Haft nehmen. In dieser Zeit suchen sie eine Opferberatungsstelle auf, an Wochenenden wenden sie sich an ein Frauenhaus.

Strafanzeige: Sie können jederzeit Strafanzeige erstatten. Häusliche Gewalt ist seit Anfang 2004 ein Offizialdelikt. Gewalt lässt sich nicht rechtfertigen, wer schlägt ist nie im Recht!

Trennung: Sie können beim Gericht ihres Bezirks Eheschutz beantragen. Dort verlangen sie dringende Massnahmen. So zum Beispiel, dass ihr Partner sofort die gemeinsame Wohnung verlässt, dass ihre Kinder unter ihrer alleinigen Obhut bleiben und dass die Unterhaltsbeiträge festgelegt werden.

Verletzungen: Suchen sie unbedingt einen Arzt auf, der die Verletzungen bestätigt.

Kinder: wenn sie von Gewalt bedroht werden, dürfen sie jederzeit und ohne Voranmeldung die gemeinsame Wohnung mit ihren Kindern verlassen und sich und die Kinder in Sicherheit bringen. Kinder, die miterleben müssen, wie die Mutter vom Vater bedroht, geschlagen, gestossen oder getreten wird, sind in ihrem Wohl gefährdet. Sie dürfen die Kinder mitnehmen, auch wenn sie den Vater-Kinderkontakt einschränken. Das Wohl und der Schutz der Kinder gehen hier vor!

Links: www.frauenhaus-luzern.ch

Selbstverteidigung für Frauen: www.wendo.ch, www.pallas.ch