Vorwort

Vor 65 Jahren rauchte das Kamin der Ziegelei Arth zum letzten Mal; der Fabrikationsbetrieb mit einer jahrhundertelangen Tradition stellte seine Produktion ein. Auch die Ziegelhütte selber wurde vor über 50 Jahren abgerissen.
In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der alles einem steten Wechsel unterworfen ist, verblassen nostalgische Erinnerungen schnell. Noch vor Jahren hörte man von älteren Arthern oft die Liegenschaftsbezeichnung «Ziegelhütte». Doch die Zeitzeugen jener Epoche werden immer weniger.

Das Ziel dieses kleinen Werkes ist es, die Erinnerungen an die Ziegelei in Arth aufrecht zu erhalten und das Wirken und die Errungenschaften unserer Vorfahren zu würdigen. Da der letzte Arther Ziegler, Dominik Auf der Maur, mein Grossvater mütterlicherseits war und ich in dem zur Ziegelei gehörenden Wohnhaus aufgewachsen bin, genoss ich für die vorliegende Arbeit natürlich «Heimvorteil». Anhand vieler noch vorhandenen Schriftstücken (Kaufbriefe, Dokumente, Zeitungsberichte, usw.) ist ein umfangreicher Überblick über die Geschichte der Ziegelei und ihrer Besitzer entstanden, bereichert durch zahlreiche Fotos aus den Alben meiner Verwandtschaft. All jenen, welche zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben, gilt mein grosser Dank

Goldau, im Februar 2000
Erich Ketterer

Entwicklungsgeschichte der Dachziegel

Als Einstieg in die Geschichte der Arther Ziegelhütte, lohnt es sich, etwas über das Haupterzeugnis einer Ziegelei zu erfahren:

Als Ziegel bezeichnet man wasserundurchlässige Erzeugnisse aus gebranntem Lehm, die zur Eindeckung von Häusern dienen. Ihre Herstellung und ihr Gebrauch kamen mit der Herrschaft der Römer auch in unser Land; im Mittelmeerraum waren Ziegeldächer schon in der Antike weit verbreitet. Die zur Zeit der Ziegelfabrikation in Arth am weitesten verbreitete Ziegelart, die Flachziegel (flache Dachplatten mit Nasen, allgemein als «Biberschwanzziegel» bezeichnet), setzt sich ausgangs des Mittelalters durch. Vor allem Klöster betrieben Ziegelbrennereien. Die Ziegeleien im Lande Schwyz standen lange unter Aufsicht der Obrigkeit. Im Jahre 1702 erliess der gesessene Landrat zu Schwyz folgende «Erkanntnus»; «Weilen man befunden, dass dem Landt zuo grossem Schaden gereiche, wan viel Ziegel ussert das Land verkauft werden, als ist erkennet worden, dass keine Ziegel fürhin Fremden mögen verkauft noch gegeben werden ohne Erlaubnis eines gesessenen Rates bei hoher Straf und Ungnad.»

Nach und nach verdrängten die Ziegeldächer auch in ländlichen Gebieten die bis anhin gebräuchlichen Bedeckungen mit Schilf, Stroh und – vor allem in unserer Gegend – mit steinbeschwerten Holz-Schindeln Diese Schindel-Dächer erlaubten nur eine schwache Dachneigung, man bezeichnete diesen Haustyp als «Tätschhaus». Ziegeldächer waren teurer, aber viel sturmsicherer und weniger fäulnisanfällig. Im Flachziegel wurde eine Ziegelform gefunden, die sich für steile Dächer gut eignete, rationell herzustellen und einfach zu verlegen war.

Herstellung eines «Biberschwanzziegels»

Der Lehm, das Rohmaterial zur Ziegelherstellung, entstand durch Abtragung und Verwitterung fester Steine. Diese Partikel wurden ausgeschwemmt, verfrachtet und in Seen oder flachen Talboden abgelagert. Lehme kommen sehr häufig, jedoch in ganz verschiedenen Zusammensetzungen vor, guter Ziegellehm soll möglichst wenig Kalk enthalten. Dies erklärt, warum nicht jeder Lehm gleichgut zur Ziegelherstellung geeignet ist.

Bei der manuellen Produktion wurde der frisch gestochene Lehm zerkleinert, aufgeschichtet und einige Zeit liegengelassen. Er konnte sich dadurch mit Wasser anreichern. Die Tonminerale figurierten dabei als Bindemittel unter den Gesteinsteilchen, es vollzog sich ein Zersetzungs- und Aufschliessvorgang. Das Abstechen des Lehms, das sogenannte «Leinen» geschah jeweils im Winter, im Sommer wurde der gewonnene Rohstoff geformt und gebrannt. Vor der Weiterverarbeitung wurde der Lehm oft nochmals zerkleinert und gemischt. Schliesslich wurde er gleichmässig durchnässt und mit Sand oder mit feinem Ziegelschrot gemagert.

Bei der Formgebung der Ziegel waren meistens drei Arbeiter beschäftigt. Der Zuträger legte dem Streicher den Lehm portionenweise auf den Tisch. Dieser drückte die Lehmportion in sein Ziegelmodel. Den überschüssigen Lehm strich er ab, liess aber in der Mitte einen Grat stehen. Diesen Grat zog er mit einer Latte am Ziegelende zusammen und formte daraus die Nase. Dann legte er ein Brettchen, das mit einer Aussparung für die Nase versehen war, auf die fertige Rückseite des Ziegels.

Danach kippte er die ganze Form auf das Brettchen und glättete die Ziegeloberfläche. Mit den Fingern zog er «Abstrich», «Randstrich» und «Kopfstrich». Das Ziegelmode1 wurde abgehoben und der Abträger versorgte den fertigen Ziegel ins Trockengestell. Damit die Ziegel nicht kleben blieben, wurden Model und Arbeitsflächen jeweils gesandet. Die Ziegel mussten langsam durchtrocknen. Meistens verblieben sie einen Sommer lang in den Gestellen. Einzelne Arbeitsgänge in der Lehmaufbereitung und in der Ziegelformgebung wurden im Laufe der Zeit maschinell erledigt.

Eine stete Entwicklung erlebte auch der eigentliche Brennvorgang. Seit Jahrtausenden erfand der Mensch eine grosse Zahl von Möglichkeiten, Ton zu brennen: In Erdmulden, in offenem Feuer, in Kammern oder grösseren Einzelöfen, in denen der Brennzyklus für jede Charge einzeln ablief. Die getrockneten Materialien wurden eingebracht und langsam auf Vollglut erhitzt, nach dem Garbrand wurde der Brennvorgang abgebrochen und die Werkstücke nach dem Abkühlen dem Ofen entnommen Die Mechanisierung der Ziegeleien wurde vor allem dank dem 1858 erfundenen Ringofen möglich. Bei diesem wanderte das Feuer dauernd durch den ringförmig angeordnete Ofengang vorwärts; Einsetzen, Vorwärmen, Vollglut, Kühlen und Ausziehen geschah kontinuierlich, das heisst, die einzelnen Vorgänge folgten sich, regelmässig vorrückend, rings um den Ofenkanal. Der Ringofen ermöglichte einen ununterbrochenen Betrieb und damit auch eine grössere Ausbeute an gebrannter Ware, ausserdem erlaubte er eine beträchtliche Energieersparnis. Die Arther Ziegelhütte wurde anfangs des 20. Jahrhunderts mit einem solchen Ringofen ausgerüstet.

Der Standort der Arther Ziegelei

Ziegeleien waren im gesamten Schweizer Mittelland relativ dicht gestreut. Geeignete Lehmvorkommen fanden sich häufig. Beinahe jede Talschaft der näheren Umgebung von Arth hatte ihre eigenen Ziegelei. Es befanden sich solche in Küssnacht, Sattel, Einsiedeln, in Ibach und in Zug gleich mehrere.

Die Transportkosten waren in vergangenen Zeiten im Verhältnis zu heute viel höher. Deshalb wurden Standorte von Fabrikationsbetrieben sorgfältig ausgesucht. Das trifft auch auf die Ziegelei Arth zu. Sie war in der Nähe des Lehmabbaugeländes und eine andere benötigte Komponente, das Wasser, war reichlich vorhanden. Auch Wasserwege für den Transport spielten in alten Zeiten eine grössere Rolle. Dies mag erklären, warum viele «Arther Ziegel» im Zugerland verwendet wurden.

Die Sache mit dem «Lehmrecht»

in Arth war die Situation seit jeher so, dass das Lehmabbaugebiet nicht zur Liegenschaft der Ziegelei gehörte. Diese Situation traf übrigens auch auf die umliegenden Ziegeleien zu. Der jeweilige Arther Ziegler hatten aber auf der Liegenschaft «Ehrli» das «Lehmrecht». welches schon im Jahr 1651 belegt und 1788 erneuert wurde.

Ganz reibungslos wurde den Zieglern dieses Recht nicht immer zugestanden. In den Jahren 1862 und 1863 erschienen die damaligen Besitzer der Ziegelhütte, Anton und Dominik Abegg mehrmals vor dem Vermittleramt und dem Bezirksgericht gegen die Besitzer des «Ehrlis» mit der Rechtsfrage: «Sind die Beklagten nicht gerichtlich zu verpflichten, den Klägern als Eigenthümem der in Arth gelegenen Ziegelhütte das Recht zuzugestehen, in dem ganzen Umfang der gesammten beklagtischen in Arth gelegenen Liegenschaff, für den Bedarf der klägerischen Ziegelhütte Lehm zu graben, wie bis anhin – unter Kostenfolge.»

Das Resultat war ein «Vergleich» vom 18. Januar 1864, welcher für die gegenwärtigen und alle zukünftigen Besitzer der Arther Ziegelhütte das Recht erneuerte, auf dem «Ehrli» Lehm zu graben und abzuführen. Es gab dabei noch eine ganze Reihe von Bestimmungen: Das Lehmgraben war nur in einem eigens ausgemarchetem Stück Land erlaubt und das Graben war nur von Martini (11. November) bis Mitte März gestattet. Weiter hatte der Besitzer des «Ehrlis» beim Wegschaffen des Humus und des unbrauchbaren Lehms einen Mann zur Aushilfe beizugeben, durfte aber seinerseits bestimmen, wo – innert einer Entfernung von 30 Fuss vom Abtrageort – dieses Material deponiert werden solle. Zu guter Letzt hatten die Besitzer des «Ehrlis» den gegenwärtigen Besitzern der Ziegelhütte «für ein- u. allemal u. ohne weitere Rechtsverbindlichkeit» die Summe von Fr. 210.00 zu bezahlen.

«Der löbliche Kirchgang Arth» und die Ziegelei

Das Alter der Ziegelei in Arth ist unklar. Der älteste mir bekannte Hinweis liefert der 1929 verstorbene Arther Lokalhistoriker Anton Blum in seiner unveröffentlichten geschichtlichen Sammlung, einem dreibändigen handschriftlichen Manuskript: «Im Jahre 1638 habe der «Löbliche Kirchgang zu Arth» den Zieglern Peter Lässer und Hans Marti Strübi die Ziegelei verkauft. Diese sei dann aber wieder an die Gemeinde zurückgegangen». Leider ist nicht bekannt, woher Blum diese Angaben hatte.

Es ist davon auszugehen, dass auch in Arth seit jeher die Obrigkeit die Ziegelherstellung beaufsichtigte und Gebäude und Einrichtungen hierfür selber besass, diese aber jeweils an Privatpersonen verpachtete. «Der löbliche Kirchgang Arth» bezeichnete in der damaligen Zeit die weltliche Obrigkeit, also die Gemeinde Arth. Erst im Jahre 1785 wurde die Ziegelei vollständig «privatisiert».

Auch der Standort der Arther Ziegelei ist schon recht früh belegt: Im Zusammenhang mit dem Arther Nikodemitenhandels von 1655, der bekanntlich zu einem eidgenössischen Bruderzwist und zum Ersten Villmergerkrieg führte, wird der Besuch einiger Zürcher Prädikanten bei ihren Schützlingen in Arth und auf den Rigi-Alpen vom 8. August 1655 erwähnt. Dr. Alois Rey schildert in seinem Buch «Geschichte des Protestantismus in Arth» den Besuch wie folgt: «Vor der Ziegelhütte, wo der Weg durch das Hinterdorf Richtung Oberdorf abzweigt, erkundigten sich die Herren nach den Häusern des Martin und Baschi Hospenthal»

Aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind dank den Aufzeichnungen von Anton Blum folgende Besitzer oder Pächter der Ziegelei bekannt: 1649 Meister Wolfgang Speck, dessen Bruder Jakob Gilg Speck und deren Vetter Wolfgang Brandenberg, alle aus Zug; 1662 Jakob Wiser aus Küssnacht; 1670 Balthasar Fassbind, 1762 Peter Kessler und 1766 Pfleger Ackermann.

Hochkonjunktur herrschte in der Ziegelei wohl nach dem Arther Dorfbrand von 1719, welchem 77 «Firsten» zum Opfer fielen. Im Landratsbeschluss betreffend dem Wiederaufbau des Dorfes Arth heisst es: «Damit in Wiederaoferbauwung der neüwen Häuser in dem Dorf zuo Arth so viel immer möglich künftige Fürsgefahren in den Dörfern vorgesorget werde, hat man notwendig erachtet, dass die Häuser mit Ziegeldächern sollten gebauwt werden».

«Der löbliche Kirchgang Arth» und die Ziegelei

Das Alter der Ziegelei in Arth ist unklar. Der älteste mir bekannte Hinweis liefert der 1929 verstorbene Arther Lokalhistoriker Anton Blum in seiner unveröffentlichten geschichtlichen Sammlung, einem dreibändigen handschriftlichen Manuskript: «Im Jahre 1638 habe der «Löbliche Kirchgang zu Arth» den Zieglern Peter Lässer und Hans Marti Strübi die Ziegelei verkauft. Diese sei dann aber wieder an die Gemeinde zurückgegangen». Leider ist nicht bekannt, woher Blum diese Angaben hatte.

Es ist davon auszugehen, dass auch in Arth seit jeher die Obrigkeit die Ziegelherstellung beaufsichtigte und Gebäude und Einrichtungen hierfür selber besass, diese aber jeweils an Privatpersonen verpachtete. «Der löbliche Kirchgang Arth» bezeichnete in der damaligen Zeit die weltliche Obrigkeit, also die Gemeinde Arth. Erst im Jahre 1785 wurde die Ziegelei vollständig «privatisiert».

Auch der Standort der Arther Ziegelei ist schon recht früh belegt: Im Zusammenhang mit dem Arther Nikodemitenhandels von 1655, der bekanntlich zu einem eidgenössischen Bruderzwist und zum Ersten Villmergerkrieg führte, wird der Besuch einiger Zürcher Prädikanten bei ihren Schützlingen in Arth und auf den Rigi-Alpen vom 8. August 1655 erwähnt. Dr. Alois Rey schildert in seinem Buch «Geschichte des Protestantismus in Arth» den Besuch wie folgt: «Vor der Ziegelhütte, wo der Weg durch das Hinterdorf Richtung Oberdorf abzweigt, erkundigten sich die Herren nach den Häusern des Martin und Baschi Hospenthal»

Aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind dank den Aufzeichnungen von Anton Blum folgende Besitzer oder Pächter der Ziegelei bekannt: 1649 Meister Wolfgang Speck, dessen Bruder Jakob Gilg Speck und deren Vetter Wolfgang Brandenberg, alle aus Zug; 1662 Jakob Wiser aus Küssnacht; 1670 Balthasar Fassbind, 1762 Peter Kessler und 1766 Pfleger Ackermann.

Hochkonjunktur herrschte in der Ziegelei wohl nach dem Arther Dorfbrand von 1719, welchem 77 «Firsten» zum Opfer fielen. Im Landratsbeschluss betreffend dem Wiederaufbau des Dorfes Arth heisst es: «Damit in Wiederaoferbauwung der neüwen Häuser in dem Dorf zuo Arth so viel immer möglich künftige Fürsgefahren in den Dörfern vorgesorget werde, hat man notwendig erachtet, dass die Häuser mit Ziegeldächern sollten gebauwt werden».

Drei Generationen Ackermann als Ziegler in Arth

Der jetzige Besitzer der Liegenschaft, Paul Auf der Maur, ist im Besitz von zahlreichen Urkunden und Kaufbriefen betreffend Wohnhaus und Ziegelhütte. Diese Dokumente wanderten bei Handänderungen jeweils zum neuen Besitzer. Sie sind nun erstmals transkribiert (= umgeschrieben) und ausgewertet worden. Anhand dieser Unterlagen lassen die Besitzverhältnisse mehr als zweihundert Jahre zurück lückenlos nachweisen.

Der letzte Abschnitt der Urkunde von 1788 geschrieben von Karl Zay

In einer dieser Urkunden, dem “Aufsatz um die Abtheilung der einen halben Ziegelhütte samt Zugehör von der andern” heisst es am Schluss: “Diesere Abtheilung ist eigenthlich schon Anno 1785 gemacht, und zu Papir verfasset worden, nach welcher Schrift auch dieser Aufsatz verfertigt worden und da selber nach vor und Ablesen auf das neüe von bejden Theilen ist genehmigt worden hab ich zwej gleichlautende Schriften errichtet, jeder Ehrenpartey eine ausgehändiget samt dem Kaufbrief, weil damals Jacob Leontzi Ackermann, auch den dem Kirchgang eigenthümlichen Antheil an sich erkauft, worin ich mich eigenhändig unterschrieben,
Arth den 4. April 1788 – Karl Zay, des Raths

Jacob Leontzi Ackermann kaufte also 1785 den noch der Gemeinde gehörenden Teil von Wohnhaus und Ziegelei, nachdem schon sein Vater je die Hälfte davon besessen hatte. Das Alter des heute noch stehenden, schmucken Hauses, darf damit mit mindestens 250 Jahre angegeben werden. Der Verfasser dieser Urkunde ist jener Dr. Karl Zay, welcher im Jahre 1807 das “Schuttbuch” geschrieben hat und heute noch als Kronzeuge des Goldauer Bergsturzes gilt.

Da belegt ist, dass “der Pfleger Ackermann” im Jahre 1766 Ziegelei für den Dorfbogen lieferte, kann man die Anwesenheit der Ackermann auf der Ziegelhütte spätestens auf dieses Jahr ansetzen. Im Jahre 1813 verkaufte Jacob Leontzi Ackermann die Liegenschaft seinen fünf Söhnen. Zwei von diesen, Rudolf und Martin, zeichnen 1832 als Verkäufer. Drei Generationen und mindestens 66 Jahre waren die Ackermann Ziegler in Arth.

Die Ziegelei im Besitz Abegg

Vor 70 Jahren wurde das Wohnhaus der Ziegelei auf einer Ansichtskarte verewigt.

Auf den 5. März 1832 ist der Kaufbrief datiert, in welchem Schützenmeister Dominik und Sebastian Anton Abegg als Käufer “um Haus, Ziegelhütte und Gärten am Aazopf im Kirchgang Arth” verzeichent sind; der Kaufpreis betrug 3700 Gulden. Ein Passus im Kaufbrief betrifft auch die Werkzeuge in der Ziegelei: “Zum Kauf erhalten die Käufer als ungebunden ein beschlagenes Handwagelin, eine Stossbenne, 3 Leinhauen, 5 Leingabeln, 2 Eisenbissen, die Steinsprengrustig, 3 Zieglenmödlin, alle vorfindlichen Ziegelbrettlin und alles was in der Hütte zum Gebrauch sich vorfindet und dazu gehört, und ferner ein Hebeisen und ein Eisenschlegel.”

“Abegg” sind Arther Bürger; die Vorfahren von Dominik (1788 – 1862) und Sebastian Anton (1793 – 1869) lassen sich bis zu ihrem Stammvater Caspar Abegg lückenlos zurückverfolgen. Ab 1832 bis heute sind bei den Besitzern der Ziegelhütte verwandtschaftliche Verhältnisse vorhanden. Zweimal ergaben sich noch Namensänderungen durch Heirat, wie wir noch sehen werden.

Im Jahre 1865 wurde eine Abrechnung über die “während zwanzig Jahren miteinander gehaltene Ziegelbrennerei, von anno 1832 bis anno 1852” gemacht. Laut dieser hatten die Kinder des 1862 verstorbenen Dominik Abegg ihrem Onkel ausstehende Schulden vom 20-jährigen gemeinsamen Betriebes zu bezahlen. Nach 1852, scheint es, führte Dominik den Betrieb der Arther Ziegelhütte alleine.

Von Dominik Abegg’s zehn Kinder starben – ausser drei Töchter – alle im Kindesalter, auch die Älteste, Katharina, welche in Walchwil verheiratet war, starb schon mit 23 Jahren. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1862 leiteten wohl die Schwestern Magdalena (1818 – 1888) und Josepha (1826 – 1889) den Betrieb. Magdalena blieb ledig, während Josepha am 5. Februar 1866 mit Zeno von Euw heiratet.

Zeno von Euw (1827 – 1900) wurde bereits im Militärverzeichnis der Gemeinde Arth (anlässlich der Rekrutierung 1847) als “Ziegler” eingetragen. Die Familie stammte laut Eintrag im “Familienbuch der Gemeinde Arth” von Lauerz. Die Vermutung liegt nahe, dass von Euw schon vor seiner Heirat mit der Meistertochter, resp. Meisterin, in der Arther Ziegelei angestellt war. Ihr einziges Kind, die Tochter Josepha, erblickte am 4. Oktober 1868 das Licht der Welt.

1874 erfolgte eine Teilung der Liegenschaft: Josepha von Euw-Abegg, Magdalena Abegg und ihr Cousin Zeno Abegg (1832 – 1880) – ein Sohn des 1869 verstorbenen Sebastian Anton Abegg – trafen folgende Vereinbarung: Ziegelhütte und Umgelände bleiben unverteilt im gemeinsamen Besitz. Das Wohnhaus wurde wie folgt aufgeteilt: Die Schwestern erhielten “den oberen (östlichen) Anteil des Hauses gegen die Strasse, mit dem obern Abtritt, Küche und Speicher im untern Antheil. Gänge und Stiegen gemeinsam”. Zeno Abegg bekam die untere Hälfte des Hauses. Auch der Hausgarten, welcher sich damals unter dem Haus bis zum See erstreckt haben muss, wurde aufgeteilt. Josepha von Euw und Magdalena Abegg mussten ihrem Vetter als Mehrwert ihres Hausteiles Fr. 2000.– vergüten.

Betreffend der Ziegelhütte war noch folgende Bedingung in obigem Vertrag vermerkt: “Die Ziegelhütte wird von beiden Theilen gleichmässig benützt und zwar vom Einten im Vor- und vom andern im Nachsommer”. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass nur Zeno von Euw davon gebrauch machte.

1891 schliesslich verkaufte Xaver Abegg (1862 – 1934), der Sohn von Zeno Abegg, seinen Anteil der Ziegelhütte an Zeno von Euw für Fr. 1800.–. Xaver Abegg, Maler von Beruf, behielt aber vorläufig noch seinen Anteil am Wohnhaus.

Aufdermaur auf der Arther Ziegelhütte

Dieses Bild der Familie Aufdermaur-von Euw
entstand ungefähr 1910

Mit der Heirat von Josefa von Euw mit Dominik Aufdermaur im Herbst 1891 begann die Epoche der Aufdermaur als Ziegeleiinhaber. Schon der Vater von Dominik war Ziegler von Beruf. Er kaufte 1893 von Franz Beeler die “Hintere Hütte”, – eine der Ziegeleien in Ibach – und betrieb sie mit seinen beiden anderen Söhnen., Clemens und Xaver. Dieser Xaver wiederum hatte sechs Söhne; vier davon fabrizierten Ziegel in Ibach und die beiden andern führten die Ziegelei in Einsiedeln; an beiden Orten wurde die Ziegelherstellung inzwischen eingestellt. Man sieht, die Familie Aufdermaur war eine richtiggehende Ziegelfabrikanten-Dynastie.

Dominik Aufdermaur, Jahrgang 1864, führte die Ziegelbrennerei Arth mit viel neuem Elan. “Er erweiterte und modernisierte den Betrieb beträchtlich, indem er den Ofen zum ununterbrochenen Brennen einrichtete und verschiedene Verbesserungen in der Bearbeitung des Materials schuf, unter vorteilhafter Ausnützung der mechanischen Arbeit und der Elektrizität”, wie es in einem Zeitungsbericht des “Echo vom Rigi” von 1924 hiess.

1895 konnte Dominik Aufdermaur von Xaver Abegg dessen Hausteil kaufen. Ab diesem Zeitpunkt bis zum heutigen Tag ist die ganze Ziegelei-Liegenschaft im Besitz der Aufdermaur.

Ein harter Schicksalsschlag traf die Familie Aufdermaur im Jahre 1913: Dominik Aufdermaur verunglückte tödlich. Im “Echo vom Rigi” wurde der Unfall wie folgt geschildert: “Ehe letzten Freitag, den 24. Januar, der Morgen ins Land gezogen, war draussen über der Aabachschwelle ein verhängnisvolles Unglück geschehen. Dom. Aufdermaur, Ziegeleibesitzer im Aazopf, hatte sich im Winter von der Lehmgrube aus eine Rollbahn bis zur Brennerei angelegt. Die Arbeit war getan und der Vorrat für den Sommer beisammen. Man ging daran, die Schienen abzubrechen und das Geleise über den Bach abzuheben. Da rutscht Aufdermaur aus, fällt in die Tiefe und ein nachfallender Balken vollendet mit seiner Wucht in einem Augenblick die schreckliche Todesarbeit. Priester und Arzt, die in aller Eile zur Stelle kamen, standen vor einem Toten…”. Der 49jährige Dominik Aufdermaur hinterliess neun Kinder, das Älteste war zwanzig, das jüngste ein Jahr alt, als er starb. Seine Witwe betrieb mit ihren heranwachsenden Söhnen die Ziegelei in vorbildlicher Weise weiter.

Das “Lehm-Bähnli”. Foto von 1925

Mit den Jahren entwickelte sich der Sohn Dominik zum künftigen Betriebsinhaber. Seine Brüder Josef und Anton waren ebenfalls im Familienbetrieb tätig, während Xaver und Alois, zwei weitere Brüder, anfangs der Zwanzigerjahre in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderten. Neben der Anschaffung eines ersten Lastautos (1920) und dem beginn von Taxifahrten, zeigten auch zeitgemässe Änderungen im Ziegeleibetrieb die Handschrift von Dominik junior. Das “Echo vom Rigi” schrieb 1924: “Wir zählen in der Gemeinde manches Geschäft und Gewerbe, das sich der Neuzeit erfolgreich anegpasst hat und aus kleinen Anfängen eine bedeutende Höhe erreicht hat. Eines unter ihnen ist die mechanische Ziegelei der Familie Aufdermaur. Besonders Dominik Aufdermaur weiss allerlei Verbesserungen zu erfinden. An ihm ist ein Techniker verloren gegangen. Viele wissen noch gut, wie durch den Güpfen- und Ehrliweg mühselig zur Winterszeit mit dem “Mäni” der Lehm zugeführt wurde. Später traten Rollwagen und Geleise an ihrer Stelle, immer aber mussten die Gefährte von Hand befördert werden. Neuestens aber hat der findige Sohn Dominik eine gute Idee in die Tat umgesetzt und eine kleine Lokomotive konstruiert, die mit flüssigem Brennmaterial gespiessen wird…”

Mutter Aufdermaur mit ihrer Familie, im Jahre 1920
von links:
Josefina (1892-1963), Anton (1903-1968), Alois (1901-1986), Josefa Aufdermaur – von Euw (1868-1935), Lena (1911-1986), Xaver (1897-1961), Marie (1906-1944), Josef (1893-1957), Maria Aufdermaur-Zimmermann (1895-1985), Maria (geb. 1919), Dominik (1895-1968), Louise (1903-1980)

Dominik Auf der Maur-Zimmermann, der letzte Ziegler von Arth

Im März 1931 übergab Josefa Aufdermaur-von Euw die Ziegelei ihrem Sohn Dominik. Neben dem Betrieb der Ziegelei, Autotransporte und Taxifahrten, erweiterte der initiative Geschäftsmann seine Aktivitäten weiter, indem er im selben Jahr mit dem Betrieb eines Kieswerks auf seiner Liegenschaft begann.

Beim denkwürdigen Unwetter vom 9. September 1934 blieb auch die Liegenschaft rund um die Ziegelhütte nicht verschont. Der hochgehende Aabach riss einen Schopf und grosse Mengen aufgestapelter, fertiger Ziegel mit. Auch der Landschaden war beträchtlich.

Daneben hatte die Ziegelei noch andere Probleme zu lösen: Die Qualität des abgebauten Lehmes liess seit einiger Zeit zu wünschen übrig, was sich natürlich auch in der Qualität der Ziegel niederschlug. So entschloss sich Dominik Aufdermaur, nach der Brenn-Saison 1935, nach neuen Lehmabbauparzellen Ausschau zu halten. Die “Zwangspause” wurde gleich genützt, um den Ziegelbetrieb nochmals zu modernisieren. 1939 untzerzeichnete man mit Dominik Weber, Güpfen, einen neuen Vertrag zum Lehmabbau und schaute voll neuer Zuversicht in die Zukunft.

Der Zweite Weltkrieg machte Dominik Aufdermaur aber einen dicken Strich durch die Rechnung: Weil er in den vorhergehenden Jahren keine Kohle zum Ziegelbrennen benötigte, wurde ihm jetzt kein Kohlekontingent bewilligt. Ausserdem wurden viele seiner schon gedrungenen Arbeiter an die Grenze gerufen. An den Betrieb der Ziegelhütte war bis Kriegsende nicht zu denken.

Dominik Aufdermaur hatte in der Zwischenzeit mit Autotransporten, als Reiseunternehmer mit einem Auto-Car, einem 8-plätzigen “Luxuswagen” und mit seinem neuen Motorboot, das 22 Plätze aufwies, eine neue Existenz aufgebaut. Daneben betrieb er ab 1945 auch noch ein Kieswerk in Steinen.

Der Ziegelei-Inhaber Dominik Aufdermaur – Zimmermann (ganz links) mit seiner Belegschaft.

Dominik und Maria Aufdermaur – Zimmermann
im Jahre 1942 mit ihren Kindern (von links): Maria (geb. 1919), Josef (1920-1964), Rita (geb. 1928), Paul (geb. 1924) und Franz (1921 – 1996)

Im Jahre 1947 wurde die Ziegelhütte,
Zeuge eines einst florierenden Fabrikations-Betriebes, abgebrochen

Die Erzeugnisse der Arther Ziegelei

Es lohnt sich, ein Blick auf die Produkte zu werfen, welche in der Arther Ziegelhütte fabriziert wurden. Man unterschied beim Lehmabbau zwei Qualitäten: Für Dachziegel verwendete man die bessere Qualität, den sogenannten “Blau-Lehm”; aus dem etwas fetteren “Rot-Lehm”, fabrizierte man Backsteine.

Die Produktionspalette umfasste:

  • Flachziegel (Biberschwänze)
  • Hohlziegel (Firstziegel)
  • Kamin-Steine
  • Backsteine (Muggerli)
  • Drainer-Röhren (30 – 40 cm lang, zum Ineinanderstecken)
  • Boden-Platten

Aus der “Rigi-Post” von 1928

Im Jahre 1907 gab Dom. Aufdermaur bei der Erhebung der “Schweiz. Geotechnischen Kommission” seine Jahresproduktion von Ziegel mit “etwa 250’000 Stück, alles Handware” an.

Beim Brennprozess wurde jeweils auch Kalksteine mitgebrannt, der anfallende Branntkalk war ebenfalls ein Handelsprodukt der Ziegeleien. 1904 bezeichnete Aufdermaur seine Firma mit “Ziegelei & Kalkbrennerei”. Ein Fass Kalk kostete damals bei ihm sechs Franken.

Die Maschine, welche den Lehm mischte und zerkleinerte, versuchte man möglichst gut auszulasten. So wurden in der Zeit des Lehmabbaus tierische Knochen gemahlen. Das Knochenmehl wurde als Dünger verwendet.

Die «bedruckten» Arther-Ziegel

Eine Besonderheit bei handgefertigten Dachziegel ist, dass der Streicher mit den Fingern oder Werkzeugen bisweilen Buchstaben, Zahlen oder Zeichnungen in den noch weichen Lehm kritzte. Das Ziegelmuseum in Cham besitzt unzählige solcher sogenannten “Feierabend-Ziegel”. Dieser Name entstand, weil es jeweils der letzte Ziegel einer Tagesproduktion gewesen sei, der eine solche “Verzierung” erhalten habe. Sehr oft trifft man Jahreszahlen und Initialen an, teilweise ist aber auch die ganze Ziegelfläche beschrieben oder mit Mustern und Zeichnugen verziert. Der Fantasie war da keine Grenzen gesetzt.

Die Arther Ziegelei hat da landesweit etwas spezielles zu bieten: Hier begnügte man sich nicht mit blossem Einritzen, sondern man verwendete verschiedene Holzmodel, welche man auf die noch weichen Ziegel drückte. Solche Modeldrucke sind sonst einzig noch von der Ziegelei in Flüelen bekannt.

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Modeldrucke aus Arth: verschiedene Namenszüge “DOMINIK AUF DERMUR”, ein Bär “ARTH 1894” und “ARTH 1901”, ein Schweizerkreuz, usw. Insgesamt sind mehr als ein Dutzend verschiedene Sujets bekannt. Oft sind auch mehrere Modeldrucke auf einem Ziegel zu finden, manchmal noch bereichert mit handschriftlichen Zeichen und Jahreszahlen.

Besonderes Augenmerk verdienen die sogenannten “Leiden-Christi” oder “Karfreitags-Ziegel”. Auf diesem Model ist im unteren Teil eine Herz-Jesu-Abbildung mit Kreuz, darum eine Blätterranke und ein Kranz, dazu die Buchstaben “I S M A” (Jesus Maria) dargestell; im oberen Teil die Leidenswerkzeuge Christi, u.a. Kreuz, Lanze, Stab mit Schwamm, Hammer, Leiter, Rutenbündel, Würfel und Geissel.

Gemäss Überlieferungen wurde dieser Modeldruck nur bei Ziegel angewendet, welche am Karfreitag geformt wurden. Ein Priester habe diese dann in der Ziegelhütte gesegnet. Pro 1’000 Ziegel habe jeder Käufer ein solches gesegnetes Exemplar erhalten.

Diesen Ziegel schrieb man Schutz gegen Blitzschlag und Feuersbrunst zu. Es war damals schon das Bestreben des Menschen, sich und seine Habe unter den Machtschutz Gottes zu stellen. Gerade das Dach, der wichtigste Schutz und der den meisten Gefahren ausgesetzte Teil des Hauses, galt es vor bösen Mächten zu schützen. Auf Grund von zusätzlich angebrachten Jahreszahlen kann man diese “Leiden-Christi-Ziegel” zwischen den Jahren 1859 und 1908 nachweisen; mindestens drei Generationen der Ziegelbetreiber (Dominik Abegg, Zeno von Euw und Dominik Aufdermaur) haben solche Ziegel hergestellt.

Das Model für diese gesegneten Ziegel, welche wertvolle Kulturgüter darstellen, ist heute noch im Besitz von Paul Auf der Maur. Es ist aus Eichenholz und beidseitig mit Schnitzereien bedeckt. Auf der einen Seite das Sujet mit den “Leiden-Christi”-Symbolen, auf der Rückseite ein Bär mit zwei Nelken.

Bleibende Erinnerungen an die ehemalige Ziegelhütte sind die aus Lehm hergestellten Schiff- und Häusern-Modelle, welche am Wohnhaus angebracht sind. Diese kleinen Kunstwerke wurden von Dominik Aufdermaur und seinen Brüdern Ende der Zwanzigerjahre hergestellt.

Quellenverzeichnis

Literatur:

Goll, Jürg: Kleine Ziegel-Geschichte, Seperatum aus Ziegelmuseum Meienberg, Cham, Jahresbericht 1984
Furrer, Benno: Die Bauernhäuser der Kantone Schwyz und Zug, Basel 1994
Keller, Peter: Das Herz der Ziegelei – der Brennofen, Ziegeleimueseum Meienberg, Cham, Jahresbericht 1996
Letsch, E.: Die schweizerischen Tonlager, Hrsg.: Schweiz. Geotechnischen Kommission, Bern 1907
Rey, Alois: Geschichte des Protestantismus in Arth bis zum Prozess von 1655, Sonderdruck aus Mitteilungen des historischen Vereins des Kanton Schwyz, 1944
Thommen, Hans-Peter: Heils- und Abwehrzeichen auf Dachziegeln, Ziegeleimuseum Meienberg, Cham, Jahresbericht 1985

Ungedruckte Quellen:

  • zahlreiche, die Ziegelei betreffende Kaufbriefe, Dokumente und Zeitungsausschnitte, im Privatbesitz von Paul Auf der Maur, Steinen
  • Geschichtliche Sammlung von Anton Blum, privates Manuskript in drei Bänden
  • <

weiter haben zu dieser Schrift beigetragen:

  • Tonezzer Lucia, Ziegeleimuseum Meienberg, Cham
  • Inderbitzin Peter, Amt für Kulturpflege, Schwyz
  • Giger Gustav, Einwohnerkontrolle der Gemeinde Arth
  • Paul Auf der Maur-Sidler, Steinen
  • Hans Auf der Maur-Schmidig, Ibach
  • Willy Auf der Maur-Pfyl, Seewen
  • Walter Eigel, Arth
  • Kenel Klaus, Steinerberg

Bildmaterial:

Aus den Foto-Alben von Paul Auf der Maur, Rita Ketterer-Auf der Maur, Guido Ketterer und Erich Ketterer; aus dem Ziegeleimuseum Meienberg und dem “Rigi-Post”-Archiv.

Anhang

Übersicht über die Besitzverhältnisse und Betreiber der Arther Ziegelei

1638 Meister Peter Lässer und Hans Marti Strübi
1649 Meister Wolfgang Speck, sein bruder Jakob Gilg Speck, und ihr Vetter Wolfgang Brandenberg, Ankenwäger, alle von Zug
1662 Meister Jakob Wiser von Küssnacht
1670 Säckelmeister Balthasar Fassbind
1762 Peter Kessler
1766 Ziegler Pfleger Ackermann
1785 – 1813 Jakob Leontzi Ackermann, Sohn des obigen, kaufte 1785 von der Gemeinde den noch ihr gehörenden Anteil. Der andere Teil der Ziegelei war schon im besitz der Familie Ackermann
1813 – 1832 Ackermann verkaufte 1813 an seine fünf Söhne: Kaspar Leontz, Martin, Rudolf, Balthasar und Franz Ackermann
1832 – 1852 Die Gebrüder Dominik und Sebastian Anton Abegg erwarben 1832 die Ziegelei von Rudolf und martin Ackermann und betrieben sie gemeinsam
1852 – 1862 Alleiniger Ziegelbetreiber war Dominik Abegg. Sein Bruder, resp. dessen Nachkommen blieben aber Mitbesitzer von Ziegelhütte (bis 1891) und Wohnhaus (bis 1895)
1862 – 1866 Nach dem Tod ihres Vaters betrieben wohl Magdalena und Josepha Abegg die Ziegelei
1866 – 1891 Zeno von Euw heiratete 1866 mit Josepha Abegg und wurde so Ziegelfabrikant
1891 – 1913 Von Euw’s einzige Tochter vermählte sich 1891 mit Dominik Aufdermaur, welcher dann die Ziegelhütte betrieb
1913 – 1931 Nach dem Tod ihres gatten führte Josef Aufdermaur – von Euw mit ihren heranwachsenden Söhnen die Ziegelei
1931 – 1935 Einer jener Söhne, Dominik Aufdermaur-Zimmermann, erwarb die Liegenschaft 1931. Im Jahre 1935 wurde die Ziegelbrennerei eingestellt.

Auszug aus dem “Aufdermaur”-Stammbaum der Linie “Tischmachers”

Rechnung von Dominik Aufdermaur-von Euw an Maurermeister “Prussa”, Steinen

Arbeitsordnung

Fabrikordnung