Einweihung Erweiterung Schulanlage Sonneg Goldau 11./12. September 1999

Schulkreis Goldau - Ein kurzer geschichtlicher Streifzug
Vorbemerkungen

Aus den zur Verfügung stehenden Unterlagen geht hervor, dass die Entwicklung der Schule und deren Einrichtungen im Schulkreis Goldau nach dem Goldauer Bergsturz vom 2. September 1806 sehr bewegt war, sodass es sich rechtfertigt bei Anlass der Einweihung der Erweiterung der Schulanlage Sonnegg Goldau vom 11./12. September 1999 diese zum Teil ergänzten Begebenheiten mit all den Höhen und Tiefen in diese Festschrift einfliessen zu lassen. Die Kirche und die Schule bildeten seit jeher im Schulkreis Goldau wichtige Pfeiler, sodass der geschichtliche Streifzug nach dem Bergsturz von anno 1806 von Goldau seinen Anfang nehmen soll. Damit dürfte die Geschichte der Schule im Schulkreis Goldau bis zum heutigen Festtag in einer Kurzfassung aufgearbeitet sein und der Nachwelt erhalten bleiben!

Die Zeit nach dem Bergsturz von 1806

Nach dem Bergsturz war in Goldau über eine längere Zeitspanne keine Schule vorhanden. Erst im Verlaufe der Jahre erteilte der jeweilige Kaplan der Pfarrei den vereinzelten Knaben und Mädchen im Lesen, Schreiben, Rechnen und Katechismus Unterricht. Es stand kein Schullokal zur Verfügung, sodass in der Wohnstube des Kaplans im Pfrundhaus Schulunterricht vermittelt wurde. Da es damals nur wenige Schulkinder gab und ausserdem nur halbtagsweise unterrichtet wurde, war das Schulproblem an sich noch einfach. Im Winter brachten die Schüler das nötige Holz für die Beheizung der Schulstube selbst mit. Erst später wurde mit den Pfründen in dieser Hinsicht eine andere Regelung eingeführt. Die Eltern der Schüler bezahlten ein bescheidenes Schulgeld. Durch verbesserte Pfrundeinnahmen konnte alsdann auf die Leistung eines Schulgeldes verzichtet werden. Als Schullehrer waren damals die Kaplane Nager von Altdorf und Römer von Arth tätig. Neben der Pastoration erteilte Kaplan Römer von 1852 bis 1868 Schulunterricht. Für diese Lehrtätigkeit wurde er mit einem Salär von anfänglich Fr. 100.00 und später mit Franken 140.00 entschädigt.

1849 wurde das Pfrundhaus zum offiziellen Schullokal

Mit der Einweihung der alten Kapelle im Jahre 1849 wurde das ehemalige Gottesdienstlokal des Pfrundhauses frei und in ein Schullokal umgewandelt. Als Kaplan Römer's Kräfte etwas abnahmen und er das Schulzepter nicht mehr schwingen konnte, musste die Gemeinde Arth nach einer anderen Lösung trachten.

1869 kam die erste Menzinger-Lehrschwester nach Goldau

Im Jahre 1869 hielt vom Menzinger-Orden die erste Lehrschwester in Goldau Einzug. Die Anstellung erfolgte mit einem Gehalt von Fr. 380.00. 1888 hatte Goldau 60 Schüler, doch nahm die Zahl ständig zu. Bis ins Jahr 1894 führte diese Lehrschwester die Gesamtschule im Parterre des Pfrundhauses. Die sogenannte Wiederholungsschule vermittelte der Kaplan. 1894 wurde die bisherige Gesamtschule in eine obere und untere Abteilung getrennt und somit eine zweite Menzinger-Schwester angestellt.

1894 Bau des Schulhauses im Oberdorf

Neben der Kapelle wurde im Jahre 1894 im Oberdorf das erste Goldauer Schulhaus mit zwei geräumigen Schulzimmern gebaut. Im Obergeschoss befand sich die Wohnung für die Lehrschwestern. Die Baukosten für dieses Objekt beliefen sich auf Fr. 31'416.00. Mit einem Reservezimmer im Pfrundhaus glaubte man in Arth, nach einer Aufzeichnung des etwas kritischen Dr. Franz Rickenbacher, den Goldauern für «alle ewigen Zeiten» genügend Schulraum verschafft zu haben! Die Goldauer erzählten lange mit Schmunzeln, dass man damals vergessen hätte, das Schulhäuschen auch mit Aborten zu versehen. Das Versäumte wurde aber bald nachgeholt.

1897 drängte sich bereits ein Schulhaus-Anbau auf

In den Jahren 1895 - 1897 kamen dann in Goldau die grossen Bahnbauten mit den Zufahrtslinien und dem Bahnhofneubau. Die Wohnbauten schossen wie Pilze aus dem Boden und die Einwohnerzahl stieg rapide an. Im Jahre 1897 waren im Schuletat bereits 199 Schulkinder eingetragen, sodass im gleichen Jahr Adolf Bürgi von Arth als Lehrkraft für die gemischte Oberschule angestellt wurde. Lehrer Bürgi erteilte im Pfrundhaus Schulunterricht und die Lehrschwestern im Schulhaus Oberdorf. Durch die ständige Zunahme der Schülerzahl musste im Jahre 1899 bereits die dritte Lehrschwester angestellt werden. Das Schullokal wurde in einem Privathaus eingerichtet.

Bereits drei Jahre nach dem Bau des Schulhauses, d.h. 1897 stand schon ein grösserer Anbau mit drei weiteren Schulzimmern und der Lehrerwohnung an, um den steigenden Schulraumbedarf abzudecken. Die Baukosten hiefür beliefen sich auf Fr. 29'987.00.

Interessant ist auch der Hinweis, dass im Jahre 1901 zum ersten Mal die Rekruten-Vorschule in Goldau gehalten wurde.

Im Jahre 1902 folgte alsdann die Anstellung der vierten Menzinger-Lehrschwester, welche die Mädchenoberschule übernahm. 1906 stellte sich dann Lehrer Joseph von Euw aus Schwyz, in den Dienst der Gemeindeschule. Er unterrichtete im alten Pfrundhaus die Knabenmittelschule.

1900-1902 bekamen die Reformierten in Oberarth ihr eigenes Gotteshaus 

Um 1890 bewirkten die vom Zürichbiet herzugezogenen Seidenindustrien ein erstes Anwachsen der protestantischen Bevölkerung. Am 4. März 1894 gründeten 25 Männer aus der Gemeinde Arth die Protestantische Genossenschaft Arth-Goldau. Im Eisenbahnjahr 1897 war die Zahl der Gläubigen zunehmend, und am 7. März 1897 entstand in Arth ein protestantisches Pfarramt und später in Oberarth. 1898 zählte die reformierte Gemeinde Arth-Goldau ca. 540 Seelen mit gegen 80 Unterrichtskindern. Dies liess den Bau einer Kirche angezeigt erscheinen. So wurde 1900-1902 die Kirche und das Pfarrhaus auf dem «Guggähürli» in Oberarth erbaut. Die 1957 angenommene Abänderung der Kantonsverfassung brachte die Anerkennung der reformierten Gemeinde als öffentlich-rechtliche Körperschaft. Am 24. September 1961 wurde das reformierte Kirchgemeindehaus in Oberarth eingeweiht und am 17. Juli 1967 konnte auch das in unmittelbarer Nähe gelegene neue Pfarrhaus bezogen werden. Das alte Pfarrhaus bei der Kirche musste einer Strassenkorrektion (Gotthardstrasse) weichen.

1906 bis 1909
Bau der Pfarrkirche Goldau

Um die Jahrhundertwende war die 1849 eingeweihte Kapelle auf der heutigen Pax-Wiese mit ihren 200 Sitzplätzen längst zu klein geworden, sodass man sich mit dem Bau eines neuen Gotteshauses befassen musste. Dieser sicher nicht leichten Aufgabe unterzog sich der 1899 zum Kaplan gewählte Geistliche Gustav Ott (1867- 1927). Dass er Erfolg hatte, ist nichtzuletzt dem Umstand zu verdanken, indem er die Sache im Zusammenhang mit dem Bergsturz vom 2. September 1806 sah, dessen hundertster Gedenktag als willkommener Helfer sozusagen vor der Tür stand. Er fasste denn auch die neue Kirche von Anfang an als Denkmal für die Bergsturz-Katastrophe und ihre Opfer auf. Recht bald begann Kaplan Ott für sein Vorhaben Geld zu sammeln. 1902 wurde eine landesweite Kollekte gestartet. In alle vier Windrichtungen wurden Bettelbriefe und Sammellisten verschickt. Im Sommer 1906 war dann die finanzielle Grundlage so weit gediehen, dass am 2. September, also am hundertsten Gedenktag des Bergsturzes, Bischof Johannes Fidelis Battaglia von Chur, den Grundstein auf dem ehemals «Geissbüel» genannten Hügel einsegnen konnte. Von Anfang an stand fest, dass man als Baumaterial vor allem Rossbergnagelfluhgestein verwenden würde. Die Architektur dieses Kirchenbauwerkes wurde August Hardegger aus St. Gallen (1858-1927) übertragen. Er galt damals als einer der angesehensten Fachmänner im schweizerischen katholischen Kirchenbau. Rund fünfzig Gotteshäusern drückte er in verschiedenen Gegenden unseres Landes den architektonischen Stempel auf. Da die Goldauer am Kirchenbauwerk unzählige Frondienststunden leisteten, gingen die Arbeiten zügig voran, sodass der Rohbau Ende Oktober 1907 unter Dach stand. Am 16. August 1908 konnte der greise Bischof Battaglia die fünf bei Grassmayr in A-Feldkirch gegossenen Glocken weihen. Schliesslich wurde am 5. September 1909 das 800 Sitzplätze aufweisende Gotteshaus von dem inzwischen zum neuen Bischof gewählten Dr. Georg Schmid von Grüneck feierlich konsekriert. Nun hatte Goldau seine Kirche. Dem Kirchenbau folgte alsdann im Jahre 1911 der Grundsatzentscheid für die Anlegung eines eigenen Friedhofes, welcher bereits am 1. Januar 1912 fertigerstellt war.

1908 – Einführung der gewerblichen Fortbildungsschule

Im Jahre 1908 wurde in Goldau die gewerbliche Fortbildungsschule eingeführt. Als umsichtiger Lehrer stand derselben Adolf Bürgi vor. Dieses Schulangebot vermehrte sich derart stark, dass im Jahr 1913 Lehrer von Euw beigezogen werden musste. Im Jahre 1914 waren an dieser Fortbildungsschule 30 Knaben eingeschrieben.

Entwicklung der Schülerzahlen von 1855 bis 1912 im Schulkreis Goldau
 
Jahr Knaben Mädchen Total 1. Klasse
1855 27 10 37 4
1860 21 10 31 3
1865 18 19 37 4
1870 30 27 57 5
1875 18 24 42 6
1880 18 22 40 6
1885 27 29 56 7
1890 32 34 66 19
1895 47 56 103 29
1900 108 116 224 41
1905 130 128 258 56
1910 207 187 394 74
1912 222 208 430 68

1913 wurde der Union-Theatersaal zur Schulstube umfunktioniert

Die Schülerzahl von Goldau entwickelte sich zusehends, sodass sich recht bald eine echte Schulraumnot abzeichnen liess. Die Lösung lag darin, den Theatersaal im Hotel Union in zwei Schulzimmer umzuwandeln. Für diese Lokalität wurde mit dem Eigentümer ein Mietvertrag auf die Dauer von fünf Jahren abgeschlossen, welcher sich hernach immer wieder erneuerte. Auf den 30. Juni 1930 kündigte alsdann der Gemeinderat das längjährige Mietverhältnis.

1914 verzeichnete Goldau folgenden Lehrkörper- und Schülerbestand: 2 Lehrer und 6 Lehrschwestern, 414 Schüler, wovon 192 Knaben und 222 Mädchen, zuzüglich Kleinkinderschule mit 16 Knaben und 22 Mädchen.

Schulunterricht wurde in zwei Schulzimmern im Schulhaus Oberdorf, in drei Schulzimmern im Anbau, in einem Schulzimmer im alten Pfrundhaus und in zwei Schulzimmern im Hotel Union erteilt. Der Kindergarten war in einem Privathaus untergebracht.

Die Verbesserung der schulischen Verhältnisse liess auf sich warten

Wenn durch den Bau der Kirchen beider Konfessionen den geistlichen Bedürfnissen der Goldauer ziemlich frühzeitig Genüge getan wurde, liess die Verbesserung der schulischen Verhältnisse indes noch viele Jahre auf sich warten.

Um die stets wachsende Schülerzahl irgendwo unterzubringen, tauchte erstmals der Gedanke von der Notwendigkeit eines neuen grossen Schulhauses auf, und bereits im Sommer 1914 bildete sich unter dem Vorsitz von Dr. med. Fridolin Holdener – ein um die Entwicklung der Ortschaft hochverdienter Mann – ein Initiativkomitee, das sich ernstlich mit dem Schulraum-Problem befasste und auf Oktober jenes Jahres diesbezügliche Behördenbeschlüsse zu erwirken hoffte! 

Der erste Weltkrieg 1914-1918 stoppte die Schulraumplanung

Doch als alles schön eingefädelt war, brach der erste Weltkrieg aus, und es sollten dann volle sechzehn Jahre verstreichen, bis der hochgemute Plan Wirklichkeit wurde. 1914 hatten in Goldau zwei Lehrer und sechs Lehrschwestern, ohne Kindergarten, 414 Schulkinder zu unterrichten. Die Bemühungen um bessere Schulverhältnisse hielten aber auch während des Krieges an. Bis dahin mussten nämlich die Goldauer Kinder – Buben und Mädchen – die Gemeindesekundarschule in Arth besuchen. 

1916 gründete Kaplan Ott in Goldau eine Mädchen-Sekundarschule

In Goldau gab es keine Sekundarschule. Diejenigen, welche diese besuchen wollten, mussten – wie vorerwähnt – nach Arth. Dort waren zwei bewährte Lehrpersonen tätig. Insgesamt waren es in der Gemeinde 66 Sekundarschüler und Sekundarschülerinnen; davon entfielen auf Arth 25 und auf Goldau 41.

Es war begreiflich, wenn sich Kaplan Ott aufgrund dieser Vorgaben auf Abhilfe besann. Der Nimmermüde brachte es nach Überwindung grösster Hindernisse zustande, 1916 als bei Verdun mehr als eine halbe Million Soldaten starben, in Goldau eine vom Kanton anerkannte Mädchensekundarschule zu gründen. Diese wurde in ihrem sich über ein halbes Jahrhundert erstreckenden Bestehen von starker Persönlichkeit zweier hochverdienter Erzieherinnen aus dem Kloster Menzingen geprägt, die beide ihr Bestes daransetzten, um ihre Schülerinnen nicht nur gesittet, sondern auch charakterlich auf den harten Lebensweg vorzubereiten. Es waren dies Sr. Maria-Lea Vollgraff, welche die Schule seit ihrer Gründung 34 Jahre lang führte und Sr. Beatrix-Maria Gehrig, die sie dann fast ein Vierteljahrhundert im Geiste ihrer Vorgängerin weiter betreute und deren durch die Umstände bedingtes Aufgehen in der Oberstufenschule miterlebte und mitgestaltete.

1919 wurde die Sekundarschule für Knaben eröffnet 

Nach Ende des ersten Weltkrieges wurde an der Kirchgemeinde von 1919 nach einem Referat von Dr. med. Fridolin Holdener beschlossen, in Goldau auch eine Sekundarschule für Knaben zu eröffnen. Diese konnte schon im gleichen Jahr ihren Betrieb im Goldauerhof an der Bahnhofstrasse auf nehmen, nachdem der Buffetwirt Carl Simon durch eine hochherzige Spende von Fr. 5'000.00 die Anschaffung von Anschauungsmaterial ermöglicht hatte. Bis 1931 amtete der beim literarischen Niederschlag des Bergsturzes genannte Josef Holdener als Sekundarlehrer in Goldau, worauf er in Arth Nachfolger von Professor Stutz wurde.

Ein Jahr lang mussten nun die Goldauer Buben wieder nach Arth in die Sekundar-schule, doch wurde 1932 in Goldau die ihre wieder hergestellt und erhielt in Karl Fuchs (1898-1984) eine überaus tüchtige Lehrkraft, die 32 Jahre lang erfolgreich im Eisenbahnerdorf wirkte, und zwar bis 1949 im «Einmannbetrieb» mit zwei, zeitweise sogar drei Klassen.

Der Bau eines weiteren Schulhauses entsprach dem unbedingten Bedürfnis

An der Kirchgemeinde von 1919 wurde der Bau eines neuzeitlichen grossen Schulhauses in Goldau ins Auge gefasst und eine vierzehngliedrige Baukommission mit Dr. med. Fridolin Holdener an der Spitze ernannt. Ausser im alten Schulhaus im Oberdorf wurde zu jener Zeit in sechs Privathäusern unterrichtet. Ein grosser Hemmschuh für die Lösung des Problems war der leidige Umstand, dass man sich lange nicht über den Bauplatz zu einigen verstand. Die einen wünschten das Schulhaus im Vogelsang, die anderen auf der Sonnegg und eine dritte Partei hat die Schwandegg (hinter dem Friedhof) vorgezogen. An einer im Oktober 1919 in Goldau abgehaltenen Volksversammlung entfielen 139 Stimmen auf den Standort Sonnegg und 98 Stimmen auf den Standort Vogelsang. Dagegen reichte die Bauernbevölkerung beim Erziehungsrat Beschwerde ein und erwirkte an der Kirchgemeinde von 1921 die Aufnahme eines neuen Projektes, das einen zweiten Anbau an das bestehende Schulhaus vorsah, wobei eine neue, diesmal zwölfgliedrige und von Dr. Franz Rickenbacher präsidierte Baukommission ernannt wurde. Diese wollte aber mehrheitlich von einem Anbau nichts wissen und schlug an der nächstfolgenden Kirchgemeinde einen Neubau vor, und zwar auf der Sonnegg. Einen Neubau wie auch ein Anbauprojekt schickte der Souverän bachab.

Ein heftiger Schulhausstreit entbrannte

Nun trat in der Baufrage, die inzwischen in einen wahren Schulhausstreit ausgeartet war, ein Zeitabschnitt wohltuender Ruhe ein, während dem sich die trüben Wasser allmählich klärten. Man einigte sich alsdann 1927 endgültig auf das Sonnegg-Projekt. An einer öffentlichen Volksversammlung im Saale des damaligen Hotel Rigi (heute Migros-Block) wurde eine aus achtzehn Mitgliedern bestehende neue Baukommission bestellt, die vom Buffetier Edwin Simon präsidiert wurde. 

Die Gründung des Einwohnervereins Goldau hing mit der Schulhausfrage eng zusammen

Die peinlichen Situationen in der Schulhausfrage vereinigte die Bürger von Goldau und führte sie zur Einsicht, dass nur die Gründung eines Vereins zur Wahrung und Förderung der Interessen der Ortschaft Abhilfe der grossen Missstände schaffen könne. Am 12. Juni 1927 kam es im damaligen Hotel Rigi auf Vorschlag von Dr. Franz Rickenbacher zur Gründung des Einwohnervereins Goldau. An der denkwürdigen Kirchgemeindeversammlung von 1927 konnte der junge Verein die ersten Erfolge verzeichnen. Aus der Chronik ist zu entnehmen: «Weder vorher noch nachher hat man die Pfarrkirche zu Arth jemals derart überfüllt gesehen und das gewaltige Mehr der Goldauer überraschte die Gemeindebehörde in gänzlich unerwartetem Ausmass.»

Schulhausprojekt Sonnegg wurde endlich genehmigt und der Kredit bewilligt

An der Kirchgemeindeversammlung von 1928 wurde dann endlich das Projekt des Schulhauses Sonnegg nach inzwischen von den Zuger Architekten Keiser und Bracher ausgearbeiteten Plänen im Kostenvoranschlag von Fr. 370'000.00 genehmigt und gleichzeitig ein Kredit von Franken 450'000.00 für den Bauplatz und Neubau bewilligt. Das Projekt beinhaltete neun Schulzimmer und entsprechende Nebenanlagen.

Aus einer Zeitungsmitteilung in der Rigi-Post vom 5. Oktober 1928:

Goldau (Einges.) «Die Expropriations-Kommission setzte den Preis des Quadratmeters Bauplan für das Schulhaus auf Fr. 4.50 fest. Die Gemeinde hatte Fr. 3.00 geboten, die Eigentümer Fr. 5.00 verlangt. Da die Gemeinde den jetzigen Preis zu hoch findet, kommt die Angelegenheit vor das Bezirksgericht und ebenfalls noch weiter, wenn kein gütlicher Vergleich stattfindet. Damit dürfte der Bau um ein halbes Jahr verschleppt werden.»

Schlussendlich geht aus den Unterlagen hervor, dass für den Schulhausneubau in Goldau, Sonnegg, eine Landparzelle im Ausmass von 12'000 Quadratmetern erforderlich war. Hiefür mussten schlussendlich Fr. 44'000.00 bezahlt werden.

Sodann ging der Schulhausbau an sich rasch der Verwirklichung entgegen. Eine Unsumme von ehrenamtlicher Arbeit verrichtete während der Bauzeit der rührige Edwin Simon, Präsident der Baukommission und damals auch Vizepräsident des Gemeinderates. Er leitete die Bauangelegenheiten an den Gemeinderat weiter und brachte dessen Beschlüsse der Bauleitung zur Kenntnis.

Simon's Husarenstreich: Mit seinen Söhnen verschob er die Grenzpfähle ein wenig in Richtung Zukunft und so bekam die Schuljugend einen grösseren Spielplatz als ursprünglich vorgesehen war!

Am 19. November 1928 erfolgte für das Schulhaus Sonnegg der Spatenstich und genau ein Jahr später stand der Neubau unter Dach. Einmal mehr zeigte es sich, dass das Bauen auf dem Schuttgebiet des Bergsturzes eine kostspielige Angelegenheit war, indem man neben mächtigen Felsblöcken tiefgründige Löcher mit lehmhaltigem Material antraf, in welchen sich das Oberflächenwasser ansammelte. So kam denn auch ein Teil der Baustelle in eine solche weiherartige Vertiefung zu liegen, was die Fundation wesentlich erschwerte. Der heutige Spielplatz war ein Sumpfgebiet, in dem das aufgeführte Material versank. Die Erdbewegungen nahmen in der Bauzeit einen viel grösseren Umfang an, als vorgesehen war.

Eine kostspielige Sache war auch die Regulierung der Grenzen des Schulhausareals sowie die Herstellung bzw. Verbesserung der aus allen Himmelsrichtungen einmündenden Zufahrtswege. Das aus dem Bauplatz herausgesprengte Nagelfluhmaterial wurde als Sockelmauerwerk verwendet. Entgegen der Annahme im Kostenvoranschlag reichte das Steinmaterial auf der Baustelle zur Gewinnung von Schotter und Kies für Strassen und Plätze nicht aus.

Der Neubau erreichte in seiner Gesamtheit unter Gewährung eines Nachtragskredites für den Bauplatz, Tief- und Hochbau sowie Mobiliar, den Kostenbetrag von nahezu Fr. 600'000.00. 

Schulhaus Sonnegg – am 31. August 1930 erfolgte die Schlüsselübergabe

Kaspar Schindler (1880-1963) war Landwirt auf dem «Heimet Schönegg», Gastwirt im Restaurant Schönegg und Politiker (Mitglied des Bezirksrates Schwyz und später Bezirksammann). Seine dichterische Ader war mehr als bekannt. Vielen Festschriften, Schnitzelbanken oder dergleichen drückte er mit treffenden Worten den Stempel auf. So stammte auch der Festgruss für das «Neue Schulhaus Sonnegg» im Jahre 1930 an die versammelte Festgemeinde aus seiner Feder. Mit gewählten Worten hat es Kaspar Schindler meisterhaft verstanden, auf seine Weise dem Festtag ein Geleit zu geben. 

«Von hoher Warte grüss ich Euch,
Ihr lieben Leute!
Auf neuem Grund – ein neues Reich!
Böllerschüsse, Weiheschmuck und Festgeläute
Die gelten mir und grüssen Euch.
Lasst uns vorab der Ahnenstatt gedenken
Wo nach gutem Erdenwallen, edlem Tun,
Vierhundertsiebenundzwanzig brave Menschen
Seit hundertvierundzwanzig Jahren ruh'n.

Als Bildungsstätte stehe ich bereit
Zu fassen, die Lernbedürft'gen, weit und breit,
Darum gilt – wer wollt' mich hieran hindern –
Mein erster Gruss den lieben Kindern.

Den zweiten Gruss biet' ich der Lehrerschaft
Die hier mit Gottesgunst ihr Lebenswerk vollbringt
Durch die des Lebens höchste Eigenschaft:
Der gute Geist, – in unsere Jugend dringt.

Der dritte Gruss den löblichen Behörden
Und ebenso dem steuerpflicht'gen Volk,
Die der Erziehung Ideale fördern
Und der Gemeinde Stütze sind und Stolz.

Ein allgemeiner Gruss an den ergeht,
Der treu und fest zur Bildung Fahne steht.

Habt Dank ihr Schöpfer, Gönner, Freunde!
Aus meinen Hallen strömte der Erkenntnis Licht.
In mir entspriesse Glück und Segen der Gemeinde,
Der's nie an Treu und Einigkeit gebricht.

In meinem Innern find't nur das Gute Platz
Es reife hier, – gesunde der Verstand
Will sein des Friedens Zukunft höchster Schatz
Und Bollwerk für Gott und Vaterland.»

Die Schulhaus-Einweihung vom 31. August 1930 fand natürlich auch in der Rigi-Post, Innerschwyzerisches Volksblatt, Organ für alle Haushaltungen, Landwirte, Firmen und Verwaltungen – so wurde die Zeitung damals benannt – eine besondere Erwähnung. Diesem Festtag kam sowohl für die Behörden als auch der Schuljugend und der Bevölkerung eine überaus grosse Bedeutung zu, sodass der wirklich ausführliche und in jedes Detail beschriebene Rahmenbericht über diesen Anlass in ungekürzter Form wiedergegeben wird.

«Zur Schulhaus-Weihe in Goldau»

Das neue Schulhaus von Goldau, das in seiner ruhigen und sonnigen Lage des Dorfes eine Zierde des Ortsbildes ist, wurde am 31. August 1930 in feierlicher Weise eingeweiht. Wie das neue Schulgebäude hatte das ganze Dorf für diesen Tag ein Festgewand angelegt. Als Ehrengäste waren zu dieser schön verlaufenen Weihefeier der tit. Gemeinde- und Schulrat mit ihren Herren Präsidenten an der Spitze, die hochw. Geistlichkeit der Gemeinde Arth-Goldau, der Kapellrat von Goldau, ferner namens der Erziehungsbehörde Herr Regierungsrat Theiler, Wollerau, dann die Herren Architekten Keiser und Bracher, Zug und endlich die Schulhausbaukommission zugegen. Als Ehrenpräsident amtete Herr Gemeindevizepräsident Edwin Simon, der während der ganzen Bauperiode das Präsidium der Baukommission inne hatte.

Kirchliche Feier

Dieselbe begann um 8 Uhr im Gotteshaus. Es formierte sich ein grosser Zug durch die Rigistrasse zum neuen Schulhaus, gebildet von vielen Schulkindern, dann vom Musikverein, Männerchor und Cäcilienverein, es folgte die hochw. Geistlichkeit im Ornat, dann die Behörden und endlich die Komitierten und das Volk. Nach Ankunft vor dem festlich geschmückten Schulhaus nahm hochw. Herr Pfarrer Dudle die kirchliche Weihe durch Besprengung des Hauses von aussen sowie auch der Innenräume vor. Indessen sang der Männerchor mit Musikbegleitung «Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre» und hierauf «Sonntag ist's», welche Lieder prachtvoll in den Morgen hinein klangen. Es folgte dann der Rückzug in die Kirche, wo der feierliche Gottesdienst mit der Orchestermesse von Filke in G-Dur begann, dirigiert von Herrn Lehrer Josef Nideröst. Der Festpredigt legte der begabte Kanzelredner Pater Johannes Evangelist Benziger die kirchliche Weiheformel zu Grunde, deren Sinn und tiefe Bedeutung er in schlichter, klarer und eindrucksvoller Darstellung erklärte. Dieser voraus schickte er das Heilandswort: «Jene, die viele durch Unterricht zur Gerechtigkeit führen, werden glänzen wie die Sterne des Himmels in alle Ewigkeit.» Er gab gute Mahnworte an die Lehrerschaft und Schuljugend, an Männer und Frauen, damit sie einmal das Schulexamen von dem obersten Inspektor, vor dem höchsten Lehrer und Erzieher gut bestehen werden. Im Schlusssatz dankte er allen, die zu diesem schönen Werk beigetragen haben und gedachte ganz besonders unseres verstorbenen Kaplan Ott, der als eifriger Förderer des neuen Schulhauses galt. Um 10 Uhr nahm die kirchliche Feier ihren Abschluss.

Weltliche Feier

Nachmittags halb 1 Uhr sammelte man sich zur weltlichen Feier, die mit einem umfang- und farbenreichen Festzug begann. Zwei stramme Herolde hoch zu Ross führten denselben an. Im Zuge selbst waren die verschiedenen Gruppen aus dem Festspiele, wie die überaus schöne Blumengruppe der Rigirollen, Enzianen, Alpenrosen und Edelweiss mit Blumenbogen vertreten, dann folgten Schnitter und Schnitterinnen, lüpfige Ländermaiteli, Eisenbahner, Gärtner, Metzger, Bäcker, Rigijodler und Rigiträger mit der «süssen Last» – einer waschechten Engländerin – dann wieder die stolzierenden Luxram-Lampen und der ernsthafte Pestalozzi mit seinen beiden Schülern (vom Veloklub gebildet) und endlich die eifrigen Trommler und Pfeifer in altschwyzerischer Landestracht und ein strammer Schweizergardist aus Rom. Nicht vergessen dürfen wir im Umzuge das zweihundertjährige «Chaiseli» mit den beiden Schulhauskritikern, dem Wärter Lunzi und dem Bürglä Melk; die beiden bis zur Unkenntlichkeit entstellten Vertreter des Eisenbahner- und Bauernstandes haben ihre Sache flott gemacht. Auch Arth stellte zwei schöne Gruppen mit dem Gross-Zugersee-Dampfer «Rigi» und einem mächtigen «Zugerrötel». Mit taktvoller Marschmusik verschönerten die beiden Musikvereine Arth und Goldau den flott organisierten Festzug, zu welchem sämtliche Vereine der Ortschaft Delegationen abgeordnet hatten. Den Schluss desselben bildeten die Ehrengäste und Komitierten und endlich unser strammer Turnverein und das viele Volk. Der Festzug war flott organisiert und machte den betreffenden Leitern alle Ehre. Auf dem herrlichen Schulhausplatz löste sich derselbe auf und es folgte die Einstellung zum Festspiel. Vorgängig demselben entbot Herr Edwin Simon namens der Schulhausbaukommission ein herzliches Begrüssungswort und Herr Regierungsrat Theiler sprach namens der Erziehungsbehörde. Darauf folgte das Festspiel vor einer gewaltigen Volksmenge, welche aus Goldau und der näheren und weiteren Umgebung zusammengeströmt war.

Nach einer Ouverture des Musikvereins Goldau stimmte die Musik einen Hymnus an, worauf sich der Vorhang öffnete und der Blick auf eine Kinderschar freigab, die in Andacht vor der Gottesmutter «Maria zum Schnee» knien und flehen:

«Erhabene Himmelskönigin, segne, schirme dieses Haus! . . .»

Ein lebensfrohes Mädchen spricht zu Gespielen und Volk, die kleinen Kinder bezeugen ihre Festfreude mit einem Ringelreihen und einem frohen Liedchen. Die beiden humorvollen Gestalten aus dem Volke, der Bahnwärter Lunzi und der Bürglä Melk, ein altmodischer Bergbauer, gaben zwischenhinein ihre träfen Meinungen kund über den Bau und die Einrichtung des neuen Schulhauses. Die Blumen ziehen ein: Edelweiss, Alpenrosen, Rigirollen und Enzian bilden einen farbenfrohen Reigen. Kecke Bauernbuben jauchzen einen echten Schwyzerjodel, fröhliche Schnitterinnen führen mit jungen Eisenbahnern einen schönen Reigen auf. Die erwachsenen Landleute sangen das muntere Lied von Gassmann «s'Ländermaiteli».

Die Schlüsselübergabe wurde von den beiden tüchtigen Festspieldichtern Herrn Sekundarlehrer Josef Holdener und Herrn a. Bezirksammann Kaspar Schindler in geschickter Weise dem Festspiel eingeschlossen. So betrat dann als Redner Herr Architekt Bracher die Bühne. Moderne Probleme des Schulhausbaues waren bei seiner Lösung der gestellten Aufgabe wegleitend. Durch grosse Fenster tritt das Licht ungehindert in freundliche und farbig absichtlich frisch gestaltete Schulzimmer, sodass die Kinder auch während des Unterrichts in inniger Verbindung mit der Natur bleiben. Herr Bracher dankte nicht nur den Gemeinderäten und der Baukommission, sondern auch den vielen beim Bau beteiligten Handwerksmeistern, die alle für seine Ideen volles Verständnis bekundeten und den Bau nach Kräften fördern halfen. Mit dem Wunsche, dass in das Gebäude ein guter und freundlicher Geist Einzug halte, übergab er dem Gemeindepräsidenten, Herrn Notar Josef Reding, den Schlüssel und somit auch den neuen Bau.» Soweit der Festbericht aus der Rigi-Post!

In seiner Festansprache wies Herr Schulpräsident Josef Bürgi-Poels darauf hin, wie der auf den Trümmern der schrecklichen Rossberg-Katastrophe errichtete Bau als Sinnbild dafür gelten könne, dass der Schöpfer dem Menschen die Kraft verliehen habe, auch schwerste Krisen siegreich zu überwinden, selbst aus drückendster Not immer einen Ausweg zu finden. 

Folgender Satz aus der schönen Ansprache sei hier wörtlich wiedergegeben:

«Unsere Generation hat sich damit ein bleibendes Denkmal gesetzt, einen eindrucksvollen Zeugen dafür, dass Arth und Goldau sich immer zusammenfinden zu Werken gemeinnütziger und idealer Natur und dass sie kein Opfer scheuen, wenn es gilt, der Jugend, die Trägerin der Zukunft, den Weg zu bereiten und ihr das geistige Rüstzeug mitzugeben für den heute so schwer gewordenen Kampf um das tägliche Brot.» 

20 Jahre konnte man Ruhe pflegen – und dann «brodelte» es wieder

Ungefähr zwei Jahrzehnte war die Schulraumnot in Goldau kein Thema mehr. Doch bereits anfangs der fünfziger Jahre liess sich voraussehen, dass die Schulzimmer beider Ortschaften der Gemeinde eher früher als später wieder überfüllt sein würden. Schon Schulpräsident Fritz Lämmlin (1906-1965), der die Zeichen der Zeit erkannte, befasste sich mit dem Problem und diskutierte es, soweit es Goldau betraf, gelegentlich unter anderem mit Sekundarlehrer Karl Fuchs. Zuerst versuchte man es dann allerdings mit einer Zwischenlösung, indem man ein zentrales Sekundarschulhaus zwischen Arth und Oberarth vorschlug, was die Raumnot in Arth und Goldau tatsächlich etwas gemildert hätte. Doch wurde dieses Projekt nach einer äusserst hitzigen Auseinandersetzung dank der Gegnerschaft der Goldauer Stimmbürger an der Kirchgemeinde des Jahres 1956 abgelehnt. 

1958 wurde am Schulhaus Sonnegg ein grosser Trakt angebaut

Mittlerweile war der Schulraum in Goldau so knapp geworden, dass man sich ernsthaft mit dem Gedanken befasste, ins Pfrundhaus, wo ja auch schon unterrichtet worden war, zurückzukehren und dort ein Notschulhaus einzurichten. Es kam aber nicht soweit, denn 1958/59 wurde unter dem Schulratspräsidium des sich rastlos für das gesamte Gemeindeschulwesen einsetzenden Anton Eichhorn das neue Schulhaus Sonnegg in Goldau um 12 Schulzimmer mit Nebenräumen erweitert, und zwar unter der Bauleitung von Architekt J. Steiner, Schwyz, wobei man sich an Vorentwürfe halten konnte, die Sekundarschullehrer Karl Fuchs im technischen Zeichnen mit seinen Schülern ausgearbeitet hatte. Präsident der neungliedrigen Baukommission war Gemeinderat Ernst Anderes. 

Der hiefür erforderliche Kredit von Franken 530'000.00 für den Schulhausanbau Sonnegg Goldau wurde an der Kirchgemeinde vom 20. April 1958 bewilligt und die Bauarbeiten setzten am 9. August 1958 ein. Die Bauarbeiten wickelten sich programmgemäss ab, wenn auch einige unerwartete Verzögerungen beim Bauabschluss zu verzeichnen waren. Trotzdem das Treppenhaus noch nicht fertig war, konnten im Monat Juni 1959 zwei Schulzimmer in Betrieb genommen werden, was die Raumnot im Schulbetrieb wesentlich verminderte. Am Sonntag, 9. August 1959, konnte der Schulhausanbau in einer würdigen kirchlichen und weltlichen Feier den Schulbehörden und der Schülerschaft übergeben werden.

Am 16. Februar 1960 genehmigte der Gemeinderat die von der Baukommission vorgelegte Schlussabrechnung über den Schulhausanbau und stellte mit Genugtuung fest, dass die Kosten im Rahmen des Kostenvoranschlages geblieben sind.

1974 wollte man den Schulhausplatz Sonnegg asphaltieren, aber . . .

Im Januar 1974 unterbreitete der Gemeinderat der Gemeindeversammlung den Antrag den Pausenplatz beim Schulhaus Sonnegg zu asphaltieren. Beim vorhandenen Belag – so wurde ausgeführt – handelte es sich um einen groben Kiesbelag. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass sich ein Kiesbelag bei Windeinwirkungen sehr nachteilig auswirkt, indem durch das Vertragen des Kiesstaubes – vor allem während und nach der Schulzeit – keine Schulzimmer gelüftet werden können und sich der Staub an den Fassaden des Schulhauses festsetzt. Die errechneten Kosten für die Lieferung, den Einbau und das Verdichten eines heissen Flexbelages wurden mit Fr. 85'000.00 veranschlagt. An der Gemeindeversammlung vom 25. Januar 1974 überwiesen die Stimmberechtigten dieses Sachgeschäft an die Urne und an der Gemeindevolksabstimmung vom 9. Februar 1974 hat der Souverän das Vorhaben mit 282 JA gegen 311 NEIN knapp verworfen. Also blieb es beim bisherigen Kiesbelag!

Seit 1970 wird im Schulhaus Sonnegg nurmehr die Untersufe unterrichtet und eine weitere generelle Schulhausrenovation zeichnete sich ab

Seit 1970 beherbergt das Schulhaus Sonnegg nur noch die Goldauer Unterstufe. Von 1980 bis 1982 ist das Schulhaus Sonnegg einer Gesamtrenovation unterzogen worden. Vor allem im Interieur standen bauliche Anpassungen an, denn die Ansprüche, die Behörden, Lehrer, Schüler und Öffentlichkeit an eine Schule stellen, haben sich seit 1930 gewaltig verändert. In dieser Renovationsphase stand Herbert F. Steiner der Schulbehörde als umsichtiger Präsident vor.

Das Renovationsprojekt beinhaltete insbesondere die Sanierung des überalterten Gebäudekomplexes und verschiedene Anpassungen an einen neuzeitlichen Schulbetrieb. Zugleich wurde durch eine einfache, aber wirkungsvolle Konstruktion auf der Westseite eine Pausenhalle angegliedert.

Die generelle Renovation des Schulhauses Sonnegg erforderte einen Kredit von Franken 2'376'000.00, welchem der Souverän an der Gemeindevolksabstimmung vom 2. Dezember 1979 mit 841 JA gegen 173 NEIN zustimmte. In einer weiteren Abstimmung bewilligte der Souverän alsdann einen Zusatz-Kredit von Fr. 295'000.00 für zusätzliche bauliche Massnahmen betreffend Wärmeverlust und Liftzugang. Aus konzeptionellen Gründen waren diese Massnahmen dem gleichen Renovationspaket einzuverleiben.

Am offiziellen Einweihungsakt und am «Tag der offenen Tür» vom Herbst 1982 nahm die Schuljugend und Bevölkerung mit einem Grossaufmarsch teil. Aber auch zahlreiche Vertreter von Behörde und Schule waren zugegen. So der Gemeinderat Arth mit Präsident Fidel Kenel, Erziehungsrat Kaspar Hürlimann als Vertreter des Kantons, Oberstufen-Schul-inspektor Albert Staub, EVG-Präsident Karl Imlig sowie die Pfarrherren von Arth und Goldau. Schulpräsident Herbert F. Steiner, der das Werk nach abgeschlossener Renovation als gelungen bezeichnete, führte unter anderem aus, dass die Schule selber innerhalb der vergangenen Jahre eine gewaltige Wandlung durchgemacht habe. Die Lehrmethoden, die Lehrpläne wie auch der schulische Stoff sind zeitangepasst gestaltet worden, um Schritt zu halten mit der technologischen Entwicklung und damit den Anschluss an die Weiterbildung und den Übergang ins Berufsleben zu gewährleisten. Die Leitideen der Primarschule weisen uns den Weg in die Zukunft. Ein Haus, das tagtäglich von 400 Kindern belebt wird, und in dem 20 Lehrpersonen ihren ständigen Arbeitsplatz finden, bedurfte auch eines besonderen Schutzes und Segens. So nahm Pfarrer Josef Fritsche die kirchliche Einsegnung der Schulanlage vor, umrahmt von gesanglichen und musikalischen Vorträgen der Musikschule der Gemeinde Arth.

Über die Bauabrechnung dieser Schulhaus-Renovation entstand an der Gemeindeversammlung vom 2. April 1983 eine heftige Diskussion, weil der vorgegebene Gesamtkredit um nahezu eine Million Franken überschritten wurde. Dies veranlasste den Gemeinderat an seiner Sitzung vom 25. April 1983 die vorgelegte Bauabrechnung einer gemeinde- und verwaltungsunabhängigen Instanz zur Prüfung (Dr. Paul Schwander, Rechtsanwalt, Lachen) zu übergeben. Diese Begutachtung nahm an sich viel Zeit in Anspruch. In einer verkürzten Form wurde der erstattete Bericht, in welchem die Gründe und Ursachen, die zur Kostenüberschreitung führten, im Dezember 1983 in der «RigiPost» veröffentlicht.

Seit 1970 ist die Oberstufe in Oberarth untergebracht

Der Eisenbahnknotenpunkt Arth-Goldau ist mittlerweile auch ein bedeutendes Bildungszentrum geworden. Seit 1970 ist die Oberstufe der ganzen Gemeinde und in der Folge auch einiger Nachbargemeinden in Oberarth untergebracht und im Jahre 1972 vom Bezirk Schwyz übernommen worden. Die Oberstufe gewährleistet den Anschluss an höhere Schulen. Seit 1976 verfügt der Bezirk Schwyz in Oberarth über zwei Schulhäuser (Bifang und Stegweidli). 1998 musste infolge Raumnot auf schnellstem Wege ein provisorischer Schulpavillon erstellt werden. Zum Bildungszentrum Arth-Goldau gehört schliesslich auch noch das 1967 bezogene Kantonale Berufsschulhaus am Goldauer Schuttrand.

Altes Schulhaus Oberdorf – ab 1977 Unterhaltsarbeiten in Etappen 

Im Jahre 1977 drängte sich aus Altersgründen eine Fassadenrenovation auf. Dabei musste der alte Verputz vollständig entfernt werden. Nach Beginn des Verputzabschlages musste festgestellt werden, dass nicht nur einzelne Flächen saniert werden konnten, sondern das ganze Gebäude einer generellen Fassadenrenovation unterzogen werden musste. Kurioserweise kamen sechs verschiedene Mauerwerke zum Vorschein (Nagelfluh, Sandstein, Granitmauerwerk, Backsteinmauerwerk, Zementstein- und Schlackensteinmauerwerk). Das alte Mauerwerk wurde mit Zementmörtel bespritzt um ein Zerfallen zu verhindern. Rissstellen überspannte man mit einem Drahtgeflecht. Folglich konnte ein neuer mineralischer Grundputz aufgetragen werden und die Fenstergewände, Fensterstürze und Sockel erfuhren eine fachgerechte Ausbesserung. Die generelle Fassadenrenovation im Jahre 1977 erforderte eine Bauzeit von drei Monaten.

Rund zwanzig Jahre später, d.h. ab 1996 kam alsdann die Zeit, wo sich im und am Schulhaus verschiedene bauliche Unterhalts- und Anpassungen als dringend nötig erwiesen. Diese Arbeiten wurden stets in Etappen ausgeführt und zwar immer während den Sommerferien, damit der Schulbetrieb keine Beeinträchtigung erfuhr. Die erforderlichen Mittel für diese Bauetappen wurden jeweils über den Voranschlag der Gemeinde Arth bereitgestellt.

In einer ersten Etappe erfolgte im Jahre 1996 eine generelle Sanierung der sanitären Anlagen und im Folgejahr war der Umbau der Schulzimmer an der Reihe. Die Umnutzung der Schulräumlichkeiten aufgrund des aktuellen Schulunterrichtskonzeptes erforderte einen Totalumbau der bestehenden Schulzimmer. Bestandteil einer weiteren Sanierungsetappe bildete 1998 die Fassadenrenovation, zumal an verschiedenen Fassadenpartien Rissbildungen festgestellt werden mussten. Eine erste bautechnische Massnahme lag darin, die Fassaden mit Wasserhochdruck zu reinigen um die Rissbildung hervorzuheben und zu prüfen, ob der alte Fassadenverputz von 1977 noch hält. Die Fenstergewandelemente mussten sandgestrahlt werden, um den alten grünlichen Sandstein wieder sichtbar zeigen zu können. Diese Sandstrahlungsarbeiten entwickelten einen derartigen Staub, dass aus Immissionsgründen der Erlass eines Baustops sehr nahe lag! Im Bereich der Rissbildungen wurde der Verputz alsdann abgeschlagen und mit Stahlnetzen armiert und neu verputzt. Sämtliche Fenster wurden mit Holz/Aluminium-Fenstern ersetzt und die Fassaden erhielten einen gefälligen neuen Anstrich. Bestandteil dieser Etappe war auch die Neugestaltung des Aussenbereiches. Der Pausenplatz mit Eingang wurde von der Strasse weg rückwärtig angelegt und die grosse alte Schein-Zypresse auf dem Vorplatz zur Gotthardstrasse liess man durch fünf neue Kastanienbäume ersetzen. Nach Abschluss der vorumschriebenen Sanierungsetappen präsentiert sich das alte Schulhaus im Oberdorf wieder im neuen Glanze. Aber auch in schulischer Hinsicht entsprechen die umgebauten Schulräume den heutigen Anforderungen. Nachdem – wie vorerwähnt – alle diese Renovationsarbeiten immer in den Sommerferien ausgeführt werden mussten, bedurfte dies einer straffen Planung und Bauleitung, aber auch eines gezielten Einsatzes der am Bauwerk beteiligten Unternehmungen. Alle diese Renvationsphasen konnten stets im Sinne der terminlichen Vorgaben unter Dach gebracht werden. 


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