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| Sozialdemokratische Partei |
Ja zu Europa
Am 4. März 2001 wird an der Urne über die Volksinitiativen
„Ja zu Europa!“, „für tiefere Arzneipreise“ und „für mehr Verkehrssicherheit
durch Tempo 30 innerorts mit Ausnahmen (Strassen für alle)“ sowie
den Verpflichtungskredit für die Sanierung des Kindergartens Oberarth
abgestimmt.
EU stärkt unsere Demokratie
Die Neinsager und Neinsagerinnen verhindern ein Erstarken unserer demokratischen
Rechte. Wir werden gezwungen, EU-Entscheide nachzuvollziehen - ohne unsere
Mitsprache. Ein Mitentscheidungsrecht in der EU bringt uns mehr Demokratie
und Souveränität als der Nachvollzug von EU-Recht, den uns der
Alleingang aufzwingt. Es wird in Zukunft schlicht nicht mehr möglich
sein, von EU-Recht abzuweichen.
EU unterstützt die Angestellten
Wie jedes politische Gebilde weist auch die EU soziale und wirtschaftliche
Nachteile auf. Sie ist sicher kein Paradies auf Erden. Trotzdem ist ein
EU-Beitritt für die Angestellten in der Schweiz ein Fortschritt. So
liegt in den meisten EU-Ländern die gesetzliche Arbeitszeit unter
der Schweizer Norm und die Mutterschaftsversicherung ist in der EU seit
langem verwirklicht. Mit speziellen Förderprogrammen unterstützt
die EU Frauen, damit sie Beruf und Familie vereinbaren können. Die
EU hat in ihren Mitgliedstaaten die Gleichberechtigung von Teilzeit- und
Vollzeitbeschäftigten durchgesetzt. Auch das hilft den Frauen.
EU unterstützt das Wirtschaftswachstum
Die Schweiz wird vom EU-Beitritt auch materiell profitieren. Die Unternehmen
erhalten freien Zugang zum gesamten Binnenmarkt mit seinen 370 Millionen
Menschen. Vieles deutet darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum durch
einen EU-Beitritt mittel- bis langfristig steigen wird. Dies wird die Zahlungen,
die wir an die EU leisten müssen, mehr als wettmachen. Dass diese
Prognose nicht einfach aus der Luft gegriffen ist, zeigt das konstant stärkere
Wirtschaftswachstum der EU-Staaten in den letzten Jahrzehnten. So stiegen
zwischen 1990 und 1999 die Löhne in der EU real um 14 Prozent, während
die Schweizer Gehälter gerade um 1.2 Prozent zulegten. Die Schweiz
kann sich ein Abseitsstehen auch wirtschaftlich nicht erlauben. Die EU
braucht die Schweiz nicht, wir aber die EU!
Ja zu „Ja zu Europa!“
Mit der Initiative „Ja zu Europa“ ist längst noch kein Beitritt
beschlossen, aber es ist der einzige Weg, noch in diesem Jahrzehnt Mitglied
der EU zu werden. Dank den Bilateralen Verträgen müsste nur noch
über Teilbereiche verhandelt werden. Es ist vorteilhaft, möglichst
schnell auf den EU-Zug aufzuspringen.
Ja „für tiefere Arzneimittelpreise“
Die Krankenkassen, und somit auch die Prämienzahlenden, könnten
jährlich rund eine Milliarde Franken einsparen. Medikamente, die in
der Schweiz produziert werden, sind im Ausland bis zu 60 Prozent billiger.
Ausserdem ist es unsauber, dass die schweizerische Pharmaindustrie ein
Kartell aufrecht erhält, das durch Krankenkassenprämien finanziert
werden muss. Da die Initiative gute Ansätze zur Kostendämpfung
im Gesundheitswesen enthält, einigte sich SP-Schweiz auf Stimmfreigabe.
Die Schwyzer Kantonalpartei beschloss sogar mit grosser Mehrheit die Ja-Parole. |