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16.09.2009

Projektschule Goldau: Beschwerde gegen Schulprojekt

Von: Erhard Gick

In einer 5. Klasse der Projektschule Goldau wird mit dem iPhone experimentiert. Das passt nicht allen. Eine Aufsichtsbeschwerde ist eingereicht worden.

Seit Schulbeginn Mitte August läuft in der Projektschule Goldau ein spezielles Experiment: 17 Schülerinnen und Schüler einer 5. Klasse haben ein persönliches Smartphone erhalten. Jetzt ist gegen dieses Projekt beim Amt für Volksschulen des Kantons Schwyz eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht worden. Hinter der Beschwerde steckt der Verein Gigaherz, die Schweizerische Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener. Der Inhalt der Beschwerde soll sich denn auch gegen die Strahlenbelastung der Schüler durch die Handys richten.

Kein Grund zu Reaktionen
Bei der Projektschule Goldau bleibt man indessen gelassen. «Wir haben von der Aufsichtsbeschwerde Kenntnis, nicht aber von deren genauem Inhalt», bestätigt Schulleiter Adrian Dummermuth. «Am Verlauf des Projekts ändert auch die Aufsichtsbeschwerde vorderhand nichts.» Das Amt für Volksschulen bestätigt den Erhalt der Aufsichtsbeschwerde des Vereins Gigaherz. «Die Beschwerde datiert vom 4. September. Der Inhalt richtet sich gegen die Gefährdung der Schüler durch die Handystrahlung», sagt Markus Probst, Vorsteher im Amt für Volksschulen auf Anfrage. «Die Beschwerde richtet sich gegen den Schulrat der Gemeinde Arth», so Markus Probst weiter. Die Aufsichtsbehörde, der Erziehungsrat des Kantons Schwyz, wird sich nun an einer seiner nächsten Sitzungen mit der Beschwerde befassen. «Der Rechts- und Beschwerdedienst des Kantons wird das Geschäft für den Erziehungsrat prüfen und vorbereiten», hält Markus Probst weiter fest.

Alles rechtens
Probst versichert zudem, dass es sich beim Schulprojekt Smartphones um keinen Schulversuch handelt. Der Schulrat habe selber entscheiden können. «Allerdings hat das Amt für Volksschulen klare Vorgaben zum Projekt gemacht. Formell werden alle Vorgaben eingehalten», bestätigt Markus Probst.

Die Kinder hätten jederzeit und überall ein Smartphone zur Verfügung, mit dem sie lesen, schreiben, rechnen, zeichnen, fotografieren, Musik und Töne hören und aufzeichnen, telefonieren sowie im Internet surfen und kommunizieren können, sagt Schulleiter Adrian Dummermuth. «Der Verlauf, welche Seiten und Aktivitäten die Schüler mit ihren Smartphones besucht haben, wird wöchentlich von der Lehrperson kontrolliert. Die Telefone der 17 Schüler sind weitaus besser überwacht, als dies bei einem sonstigen Gebrauch der Fall ist. Der Besuch zweifelhafter Seiten würde sofort auffallen, und es würde eingeschritten», so Schulleiter Adrian Dummermuth.

Vom Vorgehen überrascht
Zudem habe man für dieses Projekt auch alle betroffenen Eltern aktiv eingebunden. Alle Eltern hätten die Zustimmung erteilt, dass ihre Kinder den Schulunterricht mit einem Smartphone bestreiten dürfen, hält Adrian Dummermuth ausdrücklich fest. Die Schulleitung stehe hinter dem Projekt. Es sei befremdend, stellt Schulleiter Dummermuth fest, dass weder zur Schulleitung noch zum Schulrat Arth seitens des Vereins Gigaherz Kontakt aufgenommen wurde. Es hätten keine Rückfragen stattgefunden, und es habe auch keine Information seitens dieses Vereins gegeben.

Das Pilotprojekt wird vom Institut für Medien und Schule (IMS) der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz – Schwyz (PHZ Schwyz) geleitet und wissenschaftlich ausgewertet. Es wird von Swisscom unterstützt, sodass der Schule, den Eltern und den Kindern keinerlei Kosten entstehen.