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Luzia-Lichtfeier

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Die Luzia-Lichtfeier

Der diesjährige Arther Klausenumzug will alte Weihnachtsbräuche zur Darstellung bringen. Viele dieser alten Sitten haben das Licht, durch Kerzen und andere Feuer symbolisiert, zum Inhalt. Unsere Vorfahren liebten es, gerade in den Wintermonaten, wenn die Nächte immer länger wurden, zur Beschwörung und Abwehr ‚böser Kräfte’ Lichter an den verschiedensten Stellen im Hause anzuzünden. Viele dieser Lichtbräuche sind bei uns verschwunden – oder ‚abgegangen’, wie man sagt.

Von den alten Lichtbräuche ist die Luzia-Lichtfeier wohl die bedeutendste. Uns allen ist die Heilige Luzia bestimmt bekannt, diese altrömische Märtyrin, die sich im sizilianischen Syrakus den Avancen des Stadtpräfeketen widersetzt hatte und dafür mit dem Leben zahlte. Wir wissenauch , dass Luzia «die Leuchtende» heisst, also etwas mit Licht zu tun hat, vor allem mit dem Augenlicht; daher ist sie die Fürsprecherin bei allen Augenleiden.

Das Brauchtum rund um den Luzientag am 13. Dezember aber ist bei uns mittlerweilen erloschen. Doch nicht gar weit von uns entfernt, in Bayern, gibt es das «Lichterschwemmen». Jedes Jahr vor dem Luzientag basteln die Kinder bunte Häuschen. Von einer geweihten Luzienkerze nehmen sie das Feuer und zünden damit die Kerzen in ihren Häuschen an. Die Häuschen werden vorsichtig aufs Wasser gesetzt, und wie eine Lichterprozession treiben sie dann den Fluss hinunter.

Am ausgeprägtesten aber ist das Luzia-Brauchtum in Schweden, wo am 13. Dezember besondere Lichterfeiern abgehalten werden. Dort im hohen Norden, wo es im Dezember nur wenige Stunden hell ist, wissen die Menschen das Licht umso mehr zu schätzen. Das älteste Mädchen in der Familie hat das Privileg, die Heilige Luzia darzustellen: sie wird als Lussibrud (Lucienbraut) weiss gekleidet und trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. Es geht morgens von Zimmer zu Zimmer und weckt die Eltern und Geschwister auf. Aber alle warten schon darauf, denn Luzia bringt die ersten Kostproben des Weihnachtsgebäcks mit. Eigentlich bringt sie noch mehr mit: Ihr Licht erhellt den Morgen des neuen Tages, die brennenden Kerzen sind Vorboten des Weihnachtslichtes.

Auch in den Schulen wird eine «Luzia-Königin»gewählt. Auch diese Mädchen werden weiß gekleidet und tragen eine Lichterkrone auf dem Kopf. Damit gehen sie zu alten und kranken Menschen und erinnern daran, dass die Heilige Luzia, die «Leuchtende», auf das kommende Weihnachtsfest und auf die Geburt des Erlösers hinweist.

Auch in Deutschland gibt es (heute wieder) diesen Lichterbrauch. Nach schwedischen Vorbild zieht die Heilige Luzia im weissen Gewand, umgürtet mit einer weissen Schärpe, gekrönt mit einer Lichterkrone, begleitet von ihren Gefährtinnen, in die dunkle Kirche hinein und verbreitet ihren Kerzenglanz. Sie verkündigt die nahe Geburt Christi, der das wahre Licht der Welt ist.

Vielleicht erinnert die Lichterkrone auch daran, dass die Heilige Luzia um das Jahr 300 verfolgte Christen in der Dunkelheit mit Lebensmitteln versorgte. Sie trug einen Lichterkranz auf dem Kopf, der ihr den Weg wies, und hatte so die Hände für ihre Gaben frei. So oder so aber ‚leuchtet’ ein Mensch, wenn er mit andern, vor allem mit Bedürftigen zu teilen vermag.

Übrigens: bis Ende des 16. Jahrhunderts war der Luzientag, der 13. Dezember, die längste Nacht des Jahres. Im Jahre 1582 fielen mit der gregorianischen Kalenderreform 10 Tage aus dem Kalender. Die Lichtfeiern aber sind vielerorts noch geblieben.

Luzialied

Dunkelheit liegt so schwer auf allem Leben.
Sonne die scheint nicht mehr, Nachtschatten schweben.

Durch dunkle Stub´und Stall schreitet im Lichterstrahl
Sancta Lucia.

Nacht war so gross und stumm, nun hört ein Brausen
ums stille Haus herum wie Flügelrauschen.
Seht dort, wie wunderbar, kommt her mit Licht und Haar
Sancta, Lucia.

Bald flieht die Dunkelheit aus dieser Welt,
bald steigt dieser Tag erneut, vom Himmelszelt.
Welch wunderbarer Geist, der uns dies Licht verheisst:
Sancta Lucia.
 

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