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Adventskalender

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Der Adventskalender

Die Weihnachtszeit ist mit einem vielfältigen und alten Brauchtum verbunden. Und wie bei allen hohen Festzeiten, gehört dazu auch die Zeit der Vorbereitung, der Advent. Der diesjährige Arther Klausenumzug wird einige dieser Bräuchen zu sinnenfälliger Darstellung bringen, so etwa Kerzen ziehen, Guetzli backen, Räbenliechtli basteln, Weihnachtsfenster gestalten, Krippe aufbauen, Adventskranz binden, Lieder singen.

Ein Brauch, der bei den Kindern fast nicht mehr aus der Weihnachtsvorbereitung wegzudenken ist, ist der Adventskranz. Doch ist der Brauch relativ neu; er entstand erst anfangs des 20. Jahrhunderts. Die Idee dazu haben wir einem deutschen Pfarrerssohn namens Gerhard Lang beziehungsweise dessen Mutter zu verdanken. Der kleine Gerhard quälte sie nämlich ständig mit der Frage, wann denn nun endlich Weihnachten sei. Deshalb nahm die Mutter kleine Schachteln, legte je ein ‚Guetzli’ hinein, versah sie mit Nummern und klebte sie auf einen Karton. Jeden Tag durfte Gerhard Lang ein Schächtelchen öffnen und das jeweilige ‚Guetzli’ essen.

Als Klein-Gerhard später Teilhaber einer Druckerei wurde, setzte er die Idee seiner Mutter in ein gewinnbringendes Geschäft um. Im Jahre 1903 erschien bei der Münchner Lithographischen Kunstanstalt der erste gedruckte Adventskalender. Aus praktischen Gründen verzichtete Gerhard Lang auf die ‚Guetzli’, dafür gab es hinter den Türchen zum Aufklappen bunte Bilder – manchmal auch verbunden mit einem sinnvollen Bibelspruch.

Innerhalb weniger Jahre wurden diese Kalender sehr populär und fanden nach dem Ersten Weltkrieg auch internationale Verbreitung. Von Beginn an aber war der Adventskalender ein Handelsartikel und diente kommerziellem Nutzen. Diese kommerzielle Auslegung führte dazu, dass christliche Motive schnell irgendwelchen Comicfiguren Platz machten. Im Zuge der Kulturpolitik im Dritten Reich ersetzte man die christlichen Motive durch Märchenfiguren, die germanisch-mythische Götter und Dämonen versinnbildlichen sollten.

Davon hat sich der Brauch des Adventskalenders glücklicherweise erholt. Nach wie vor ist er – vor allem bei den Kindern – weit herum sehr beliebt. Die Zahlen von 1 bis 24 sind so etwas wie die Verheißung, hinter den Türchen etwas Faszinierendes entdecken oder einen Blick in die Zukunft werfen zu können.

Das mit dem «Tür öffnen» hat in letzter Zeit eine interessante neue Form gefunden, die vor allem die Erwachsenen anspricht. Angeregt durch pfarreiliche Gruppen öffnen Familien oder auch alleinstehende Personen der Reihe nach – von 1 bis 24 – ihre Tür, um zusammen mit Nachbarn und andern Mitmenschen gemeinsam den Weg der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest hin zu gehen. Wahrlich ein lebendiger Adventskalender, der auf das Wesentliche des Weihnachtsgeheimnisses hinzielt!



So stellt sich die Künstlerin den Wagen mit dem Adventskalender vor.

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