{"id":52,"date":"2019-11-23T00:19:01","date_gmt":"2019-11-22T23:19:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.arth-online.ch\/irrgarthen\/?page_id=52"},"modified":"2019-11-23T00:24:28","modified_gmt":"2019-11-22T23:24:28","slug":"labyrinth-tanz","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.arth-online.ch\/irrgarthen\/events\/labyrinth-tanz\/","title":{"rendered":"Labyrinth-Tanz"},"content":{"rendered":"<p>Durch das Erz\u00e4hlen von Mythen und Sagen, durch Kl\u00e4nge und Tanzen, durch Gedanken und Gestalten soll die Symbolik erlebbar gemacht werden, die im Bild des Irrgartens und Labyrinths verborgen liegt.<\/p>\n<p><strong>Sonne<\/strong><br \/>\nIn ein Labyrinth zu gehen bedeutet Tod, aus ihm herauszukommen ist Wiedergeburt. Die Labyrinth-Tanzformen f\u00f6rdern die Erinnerung an unsere Herkunft und bereichern so die Gegenwart.<\/p>\n<p><strong>Sonnenaufgang<\/strong><br \/>\nMo 28. 8. und Mo 25. 9. 5\u20137 Uhr<\/p>\n<p><strong>Mond<\/strong><br \/>\nDie Vollmondn\u00e4chte eigenen sich besonders gut, um Symbolik sichtbar zu machen. Im Labyrinth geht es darum, eine Reise anzutreten, sich immer wieder zu verlieren, um sich dann wieder zu finden.<\/p>\n<p><strong>Sterne<\/strong><br \/>\nFest auf dem Boden stehend, sich Sternschnuppen w\u00fcnschend schaffen wir tanzend die Verbindung zum Universum. Vom Sterntaler wissen wir, dass, uns die Sterne in den Schoss fallen.<\/p>\n<p><strong>Feuer-\/Laternenzug<\/strong><br \/>\nDo 10. 8. und Fr 10. 9. 21\u201323 Uhr<\/p>\n<div class=\"wc-shortcodes-box wc-shortcodes-item wc-shortcodes-content wc-shortcodes-clearfix wc-shortcodes-box-secondary \" style=\"text-align:left;\">\n<strong>Der Labyrinthtanz<br \/>\nEin\u00fcbung auf den Reigentanz des ewigen Lebens<\/strong><br \/>\n<em>von Walter Eigel<\/em><\/p>\n<p>Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol, das der westlichen Kultur \u00fcber die griechische Antike \u00fcberliefert ist. Sein Ursprung liegt im Dunkeln, doch wahrscheinlich handelte es sich einen alten Initiationsritus. In einem Tanz wurde der Tod und die Wiedergeburt den jungen Menschen sinnbildhaft erfahrbar gemacht. <\/p>\n<p><strong>Der Tanz des Theseus<\/strong><\/p>\n<p>Am bekanntesten ist uns dieses Symbol in der griechischen Mythologie \u00fcberliefert. Der athenische Baumeister D\u00e4dalus hat f\u00fcr den kretischen K\u00f6nig Minos jenes Bauwerk gebaut, in das er den Minotaurus einsperrte. Dieses Monstrum \u2013 halb Mensch, halb Stier \u2013 soll aus der sch\u00e4ndlichen Verbindung seiner Gattin Pasipha\u00eb mit ihrem Lieblingsstier hervorgegangen sein. Dem Untier mussten j\u00e4hrlich sieben J\u00fcnglinge und sieben M\u00e4dchen geopfert werden \u2013 bis der athenische Held Theseus es wagte, ihm zu Leibe zu r\u00fccken. Mit Hilfe des Fadens seiner geliebten Ariadne fand er den Ausweg aus dem Labyrinth. \u2013 Der so dem Tode entronnene Theseus soll nachher auf der heiligen Insel Delos mit den sieben Jungfrauen und sieben J\u00fcnglingen, die er vor dem Minotaurus gerettet hatte, zum ersten Mal jenen Reigen getanzt haben, dessen Wendungen den verschlungenen Irrwegen des kretischen Labyrinths nachgebildet waren. <\/p>\n<p><strong>Der Kranichtanz<\/strong><\/p>\n<p>Seit der Antike gab es auf der griechischen Insel Delos einen &#8218;Geranos&#8216; genannten Reigen, den eben dieser Theseus gestiftet haben soll. Bei diesem &#8222;Tanz der Kraniche\u201d beschrieb eine T\u00e4nzerkette aus jungen M\u00e4nnern und M\u00e4dchen eine Labyrinthfigur auf den Tanzboden. Die T\u00e4nzer waren mit einem Seil, dem Ariadnefaden, verbunden, den alle mit einer Hand festhielten. Getanzt wurde nachts und im Schein von Fackeln. Berichtet wird auch, dass die M\u00e4nner w\u00e4hrend des Tanzes sangen, die M\u00e4dchen aber schweigend tanzten. Der wichtigste T\u00e4nzer war der Chorf\u00fchrer am Anfang des Seiles. Er f\u00fchrte die Mitt\u00e4nzer ins Labyrinth hinein bzw. hinaus und musste daf\u00fcr sorgen, dass die Kette sich nicht verwirrte. Falls der Vort\u00e4nzer aus dem Schritt kam, b\u00fc\u00dfte er erheblich an Ansehen bei seinen Mitt\u00e4nzern ein: Er hatte den \u00abFaden verloren\u00bb und damit sich und die anderen aus der gl\u00fccklichen Versunkenheit des Tanzes gerissen.<\/p>\n<p><strong>Tod und Wiedergeburt<\/strong><\/p>\n<p>Der in tiefer Nacht ausgef\u00fchrte &#8222;Geranos\u201d fand in Gegenrichtung zum Sonnenlauf statt, also in der Richtung des Todes. Das Ende des Tanzes, der Ausgang des Labyrinths. entsprach dann der Wiedergeburt. Der Labyrinth-Tanz symbolisiert so den schwierigen Weg von der Geburt bis zum Tod und zur Wiedergeburt, in dessen Zentrum Tod und Wiedergeburt zugleich stehen, das Hinein- und wieder Hinausgehen, Sinken und Steigen, der Abstieg in die Tiefe und das Aufsteigen zu den H\u00f6hen. <\/p>\n<p><strong>Der Balztanz der Kraniche<\/strong><\/p>\n<p>Dass der Tanz nach den Kranichen benannt wurde, hat seine besondere Bedeutung. Der Kranichtanz imitiert n\u00e4mlich das Balzverhalten jenes Vogels, der ein wichtiger Symboltr\u00e4ger ist. Sie f\u00fchren ihren Balztanz, einen Spring- und H\u00fcpftanz, im anbrechenden Fr\u00fchjahr w\u00e4hrend der Nacht durch und beenden ihn bei Sonnenaufgang. Das Erscheinen der Sonne begr\u00fcssen sie mit trompetenartigem Geschrei. <\/p>\n<p>\u00abVon gro\u00dfer Uferh\u00f6he konnte ich auf eine Lagune hinabschauen und sah Kraniche tanzen. Ihr Verneigen und Stolzieren, ihr Fl\u00fcgelschlagen und Drehen, ihre schw\u00e4rmerischen Kreisfl\u00fcge, ihre Spr\u00fcnge, die hoch in die Luft gehen, ohne dass sie die Schwingen dabei entfalten, ihre Verneigung vor den Kollegen, ihr Humor \u2013 das ganze Gemache bezaubert. Es tanzen auch beide Geschlechter. Der Kranichtanz ist Gl\u00fcck, Spiel, K\u00f6rperlust, Anmut, Gelenkfreude, Selbstgenuss der Bewegung, Tanz eben.\u00bb (Erhart K\u00e4stner)<\/p>\n<p><strong>In christlicher Deutung<\/strong><\/p>\n<p>Aus der mittelalterlichen \u00dcberlieferung ist der religi\u00f6se Tanz in der Art einer sinnbildlichen Wallfahrt auf den Bodenlabyrinthen der gotischen Kathedralen bekannt. Besonders interessant ist der Ostertanz auf den mittelalterlichen Labyrinthen. Es ist belegt, dass einige franz\u00f6sische Kirchenlabyrinthe f\u00fcr rituelle Zwecke, auch f\u00fcr T\u00e4nze des Chores dienten. An Ostern wurde in den gro\u00dfen Kathedralen von Amiens, Chartres oder Reims ein heiliger Ostertanz aufgef\u00fchrt. Nach der Ostervesper tanzte der Dekan im Dreischritt durch das Labyrinth und warf dabei einen goldenen Ball als Symbol der Auferstehung den anderen Klerikern zu, die im Kreis um das Labyrinth tanzten.<\/p>\n<p>Darin lassen sich Parallelen zu dem antiken Kreistanz erblicken. M\u00f6glicherweise lebt hier in einer g\u00e4nzlich christlichen Feier ein heidnisches Original weiter. Die Kreisform spiegelt Tod und Auferstehung Christi.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch das Erz\u00e4hlen von Mythen und Sagen, durch Kl\u00e4nge und Tanzen, durch Gedanken und Gestalten soll die Symbolik erlebbar gemacht werden, die im Bild des Irrgartens und Labyrinths verborgen liegt. Sonne In ein Labyrinth zu gehen bedeutet Tod, aus ihm herauszukommen ist Wiedergeburt. 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